Dresden. Miese Noten für den Raum Leipzig beim sogenannten Heim-Tüv in Sachsen: Gleich drei Gemeinschaftsunterkünfte für Asylsuchende aus der Region sind in einem landesweiten Test vom Ausländerbeauftragten Martin Gillo (CDU) durchgefallen. So erhielten die Unterkünfte in Torgau (Nordsachsen), Thräna und Elbisbach (beide Landkreis Leipzig) die schlechtesten Bewertungen.
Dagegen belegt das Heim in Leipzig Grünau-Süd einen Spitzenplatz im Sachsenvergleich von insgesamt 30 Gemeinschaftsunterkünften. Ausschlaggebend für die Bewertung waren nicht nur hygienische Verhältnisse oder Fragen der Sicherheit. Geprüft wurden ebenso die Integration von Kindern, Betreuung oder Bildungsangebote. "Unser oberstes Kriterium ist Menschenwürde", sagte Gillo gestern bei der Vorstellung der Studie in Dresden. "Die Unterbringung von Asylsuchenden soll mehr vom Gedanken der Humanität und der sozialen Fürsorge geleitet sein als vom Gedanken der Abschreckung." Gleichzeitig kritisierte er, dass Repression und die deutsche "Vergrämungsstrategie" nicht mit humanem Umgang zu vereinbaren seien.
"Mitmenschen im Schatten" lautet entsprechend der Titel des Berichts, der jetzt an den Landtag gehen soll. In dieser dezidierten Form gilt er als bundesweit einmalig. Dabei erfolgte die Bewertung nach einem Ampelsystem - von Grün (angemessen) über Gelb (zu beobachten) bis Rot (inakzeptabel).
Insgesamt sind die Ergebnisse für den Freistaat durchwachsen. Nur fünf der insgesamt 30 Heime rangieren im grünen Bereich, 19 bilden das gelbe Mittelfeld und sechs bekamen die Farbe Rot. Auffällig ist das gute Abschneiden der Heime in Chemnitz, wo gleich drei Unterkünfte die Nase vorn haben - darunter Schlosschemnitz auf Platz 1. Neben den Chemnitzer Heimen und Leipzig Grünau-Süd befindet sich lediglich noch die Unterkunft in Dresden Friedrichstadt unter den besten Fünf.
Auf dem letzten Platz liegt Torgau, gefolgt von den beiden anderen Heimen im Leipziger Raum. Doch auch Radebeul, Kamenz und Seeligstadt (Kreis Bautzen) rangieren im roten Bereich. Vor einem Jahr hatte noch die Hälfte der Einrichtungen Rot gesehen; wie jetzt gab es aber auch nur fünf Heime im grünen Bereich.