Beilrode (TZ). Die massiven Schäden der Elbeflut 2002 noch immer im Gedächtnis, steht die Gemeinde Beilrode derzeit vor der Frage, eine Elementarschadensversicherung abzuschließen. Im Gemeinderat gibt es dazu allerdings unterschiedliche Auffassungen. Ausschlaggebend war ein Hinweis von Gemeinderätin Gundula Müller, wonach jene Absicherung über die Ostdeutsche Kommunalversicherung (OKV) nur maximal 20 Prozent einer möglichen Gesamtschadenssumme abdecke. „Diese 20 Prozent schocken mich“, äußerte sich daraufhin Amtskollegin Grit Krieg kritisch.
Auch für Renate Götze sei jene Summe im Schadensfall „so gut wie nichts“. Die Zweifel wurden dahingehend genährt, dass es für Aufräum- und Abrissarbeiten lediglich bis zu 10 000 Euro geben solle. „Gerade in der ehemaligen Gemeinde Großtreben-Zwethau hat es sich doch gezeigt, dass man damit im Einzelfall nicht sehr weit kommt und weiter auf staatliche Unterstützung angewiesen ist“, betonte Gundula Müller. Doch um überhaupt vom Freistaat Mittel erwarten zu können, empfiehlt Sachsen nun mal eine gewisse Eigenvorsorge. Darauf hatte die Landesdirektion am 11. Januar schriftlich noch einmal hingewiesen. Deswegen sprach sich Gemeinderat Klaus Kretzschmar in der Diskussion dafür aus, der Forderung aus Dresden nachzukommen.
„Dann werden wir nicht im Stich gelassen“, drückte der Kreischauer seine Hoffnung aus. Für Karl-Friedrich Dierkes steht allerdings die Frage, ob der Freistaat künftig tatsächlich noch einmal in die Bresche springen wird. Deswegen schlug der Großtrebener wiederum vor, öffentliche Kerngebäude, wie beispielsweise die Kindertagesstätten und die Beilroder Schule, zu 100 Prozent zu versichern, um im Schadensfall den vollen Versicherungsschutz in Anspruch nehmen zu können. Nachteil: Nur für wenige kommunale Gebäude könnten die dann entsprechend hohen Versicherungssummen aufgebracht werden. Der Gemeinderat entschied sich letztlich für die Option, neben der OKV noch weitere private Versicherungen mit ins Boot zu holen. Dabei sollten Angebote zu Rundumschutzpaketen wie auch Versicherungen für einzelne Gebäude nachgefragt werden.