19. Januar 2012 Christian Wendt (Torgauer Zeitung)

Jugendclub schon 2013?

Beilrode (TZ). Was im Mai 2011 als „Welt der Werte“ heranwuchs, soll nun zur „Zukunft für Ostelbien“ werden: Läuft alles nach Plan, wird ab März das Programm Lokaler Aktionsplan Nordsachsen in Beilrode unter jenem Motto vom Ostelbienverein getragen. Bis Ende des vergangenen Jahres war hierfür das Jugendbildungsprojekt wintergrüne in Torgau verantwortlich.
Trotz Trägerwechsels bleibt es nach Angabe von Projektverantwortlicher Antje Schmidt bei dem Ziel, Demokratieverständnis und Toleranz bei Kindern und Jugendlichen zu fördern. Mit Hilfe einer Zukunftswerkstatt konnten die Jugendlichen dabei im vergangenen Jahr Wünsche formulieren, die unter anderem mit Bürgermeisterin Heike Schmidt diskutiert wurden. Und die Jugendlichen wissen offensichtlich ganz genau, was sie wollen...

„Es kristallisierte sich heraus, dass es hier vor allem an einem mangelt“, sagte Antje Schmidt. Einem Jugendclub. Nichts wünschten sich die elf Teilnehmer der Zukunftswerkstatt mehr, als einen steten Treffpunkt, in dem sie ihre Freizeit verbringen können. In Gesprächen habe sich herausgestellt, dass dies nicht unbedingt nur der Wunsch jener elf ist, sondern auch der vieler ihrer Freunde. „Bürgermeisterin Schmidt zeigte sich sehr kooperativ und ließ die Kinder mit der Hoffnung auf einen eigenen Club ab dem Jahr 2013 zurück“, fasste Antje Schmidt das Ergebnis zusammen.

Doch bis 2013 ist es noch ein Jahr hin. Was ist mit 2012? „Ich glaube, dass wir mit der Übergangslösung, den Kindern und Jugendlichen in den Räumlichkeiten des Kinderschutzbundes in der Schule eine gute Möglichkeit bieten konnten“, sagt die Diplom-Sozialpädagogin, die gemeinsam mit Peter Taggeselle freitags die Aufsicht übernahm. Seitdem zähle man wöchentlich durchschnittlich ein Dutzend Jugendlicher, die von dem Angebot Gebrauch machen.

Unter anderem besuchte man regelmäßig auch Torgauer Kinder- und Jugendeinrichtungen wie beispielsweise die Begegnungsstätte der Arbeiterwohlfahrt, das kap.uze Jugendzentrum  oder auch das „Chill out“ in Nordwest. Auch in diesem Jahr solle die Kooperation mit den Torgauer Einrichtungen fortgeführt werden. Fortgeführt werden soll übrigens auch die Idee gemeinsamer Arbeitseinsätze. Unter anderem hatten die Beilroder Jugendlichen in der Zukunftswerkstatt bemängelt, dass der Park vermüllt sei. Problem erkannt, Problem gebannt – denn gemeinsam raffte man sich zu mehreren Müllsammelaktionen auf, die die Jungen und Mädchen unter anderem auch auf den Schulhof führten.

„Die Kinder haben am eigenen Leib gespürt, dass Mitbestimmung und Beteiligung erwünscht und realisierbar ist“, zog Antje Schmidt ein positives Fazit über das zurückliegende Jahr. Was übrigens den künftigen Jugendclub betrifft, gibt es derzeit noch einige offene Fragen. So ist unter anderem zu klären, wer dauerhaft die Aufsicht übernehmen kann. Hier gibt es offensichtlich Überlegungen, mit der Ortsgruppe der Volkssolidarität zu kooperieren. Eine weitere, mit Sicherheit weitaus wichtigere Frage ist die, wo der Club überhaupt betrieben werden soll. Erste Überlegungen gehen beispielsweise davon aus, dass ein Raum im Kellergeschoss des Gebäudes, wo derzeit der Polizeiposten und der Ostelbienverein untergebracht sind (Bahnhofstraße 3c), genutzt wird. Neu hinzugekommen ist die Option, vielleicht sogar die Heilandskirche hierfür in Betracht zu ziehen. Dort zeigte sich Pfarrerin Heidrun Killinger-Schlecht gegenüber dieser Idee zwar überrascht, allerdings sehr offen. Auch Holger Reinboth, Vorsitzender des Ostelbienvereins, könnte sich mit dieser Vorstellung anfreunden.