Region. Porphyr und Reformation sollen der Region weitere Besucher bescheren. Das hoffen die Macher im Sächsischen Zweistromland, die derzeit an der künftigen Strategie für das Fördergebiet zwischen Mulde und Elbe feilen. Ihre Vision: Einen "Geopark Porphyrland" zu entwickeln, der sich an Vorbildern wie dem Gebiet "Vulkaneifel" orientieren soll.
Stillstand geht gar nicht. Davon ist Holger Schilke vom Planernetzwerk PlaNet überzeugt. Schilke und sein Team übernehmen das Regionalmanagement für das Sächsische Zweistromland, was den kompletten Altkreis Oschatz sowie Mutzschen, Strehla und das Gebiet nördlich bis Belgern und Pflückuff abdeckt. Auf der Suche nach Ideen, wie die Region künftig vermarktet werden kann, kamen sie auf den "Geopark Porphyrland".
Die Initiative, die Region aufgrund ihrer geologischen Geschichte zu vermarkten, kam aus dem Zweistromland und wurde im Landkreis bereits verfolgt. "Aber ein anerkannter Geopark muss größer sein, Nordsachsen allein könnte das nicht leisten", weiß Holger Schilke. Deshalb habe das Zweistromland bereits einen Kooperationsvertrag abgeschlossen, um gemeinsam mit anderen Gebieten den Begriff "Geopark Porphyrland" als Marke zu etablieren. Alle Akteure eine das Porphyrvorkommen in ihrer Region. "Das gibt es zum Beispiel am Rochlitzer Berg oder nördlich von Schildau. Und schließlich ist auch das Kaolin ein Verwitterungsprodukt des Porphyr - auf diese Weise können wir uns in das Projekt einbringen", beschreibt der Regionalmanager.
Im künftigen Geopark sollen so genannte Geoportale entstehen. "Das sind Besucherzentren, die Gästen Informationen zur Region, zu Angeboten und Unterkünften bieten. Ausstellungen und Dokumentationen sollen dabei auch ihren Platz haben", beschreibt Schilke. Vorbilder wie das Geoportal im Herrenhaus Röcknitz oder Initiativen auf dem Rochlitzer Berg gibt es bereits.
Auch für das Zweistromland haben die Macher konkrete Ideen. "Unsere Vorstellung ist, ein Geoportal im Bereich Mügeln - vielleicht auf dem Bahnhof - einzurichten", nannte der Planer ein Beispiel. Dabei könnte man auf den Transport des Gesteines mit der Schmalspurbahn in der Vergangenheit Bezug nehmen. Mit dieser Initiative könnte man auch einen Teil zum Erhalt der Döllnitzbahn beitragen, so die Überlegung der Planer. "Und wir können sogar eine Verbindung zu Wermsdorf herstellen: Immerhin gibt es dort noch einen aktiven Steinbruch und die Hubertusburg hatte früher sogar eine eigene Porzellanmanufaktur", sagt Holger Schilke.
Wissenschaftlich begleitet werden soll das Projekt durch die Universitäten in Leipzig und Salzburg. So entstehen studentische Arbeiten zum Thema und Akademiker werden sich dem Geoportal Porphyrland auch in Bachelor- und Masterarbeiten widmen.
Ein weiteres Standbein, um das Zweistromland zu vermarkten, sieht Schilke im Sächsischen Lutherweg. Die touristische Route verbindet Orte der Reformation und liefert dabei Unterhaltung und Informationen. Schildau und Mügeln sind als Stationen auf dem Weg aus der Region vertreten. "Eigentlich ist das ein bisschen wenig", findet der Regionmanager. Schließlich befinde sich das Zweistromland im "Kernland der Reformation" und habe mit seiner reichen Kirchenkultur viel zum Sächsischen Lutherweg beizutragen. "Wir werden auf jeden Fall thematische Angebote dafür entwickeln", kündigte er für 2012 an, "der Weg erfährt immerhin internationale Aufmerksamkeit".