1. Februar 2012 Sebastian Stöber (Torgauer Zeitung)

Noch 100 000 Euro übrig

Torgau/Nordsachsen (TZ/seb). Der Jugendhilfeausschuss des Landkreises hat am Montagabend beschlossen, welche Investitionen in Kindertageseinrichtungen für den Kreis Priorität haben. Zu den geförderten Kitas im Jahr 2012 gehören Belgerns „Rolandspatzen“, die „Elbspatzen“ Torgau, „Sonnenschein“ Mockrehna, „Heideknirpse“ Neußen, „Wiesenwichtel“ Staritz und die „Biberburg“ in Trossin.

Insgesamt 38 Kindertageseinrichtungen umfasst die Prioritätenliste, über die die Ausschussmitglieder abgestimmt haben. Alle Maßnahmen bis einschließlich Nummer 29 kommen damit in den Genuss von Landes-, Bundes- und Kreismitteln. Die Crux dabei ist, dass der dickste Batzen – rund 947 000 Euro vom Bund – bei Weitem nicht abgetragen wird: Mehr als 100 000 Euro bleiben liegen. Aber dennoch fliegen Maßnahmen von der Liste, weil Geld fehlt. Problem ist einmal mehr die Töpfchenpolitik. Der Bund fördert ausschließlich den Ausbau von Krippenplätzen. Geld für Kindergarten und Hort kommt vom Freistaat. Der hatte aber im Doppelhaushalt 2011/12 zuletzt keinen entsprechenden Posten eingeplant. Aus verschiedenen Ecken, Rückzahlungen aus Vorjahren beispielsweise, stehen dem Landkreis aber dennoch rund 58 000 Euro für diesen Bereich zur Verfügung. Projekte können damit zu 50 Prozent gefördert werden. Der Jugendhilfeausschuss stimmte zu, diese Mittel in den Kitas in Rackwitz und Wölkau zu verbauen. 50 Prozent der förderfähigen Kosten trägt damit das Land. Tritt der Bund als Fördermittelgeber auf, wie es bei den übrigen Maßnahmen der Fall ist, sind es 75 Prozent der Kosten. Wie hoch diese förderfähigen Kosten sind, hängt von der Anzahl der Krippen-/Kiga-/Hortplätze ab, die betroffen sind. In jedem Fall – ob nun mit Bundes- und Landesuntersützung investiert wird – ist Nordsachsen mit einer zehnprozentigen Beteiligung an den Fördermitteln dabei. Insgesamt fließen somit vorläufig rund 85 700 Euro aus der Kreiskasse.

In dessen Haushalt seien allerdings genügend Mittel eingestellt, um die komplette Fördersumme des Bundes gegenfinanzieren zu können, sagte Behördensprecher Rayk Bergner. Wenn also noch Anträge im Krippenbereich gestellt würden, sei es problemlos möglich, diese noch in die Liste aufzunehmen. Für den Landkreis sei die Bestätigung der Prioritätenliste zum jetzigen Zeitpunkt wichtig, um arbeiten zu können, sagte Landrat Michael Czupalla. Freilich sei es möglich, dass sich Fördermittelhöhen oder auch die Projektinhalte änderten – auch für diese Fälle erlaubt das Mandat des Jugendhilfeausschusses es der Verwaltung zu handeln. Mit Blick auf die kärglich vorhandenen Landesmittel sprach Sozialdezernent Günter Sirrenberg allerdings von einer Ungewissheit, ob das Land hier nachbessere. Was wird in den Kitas der Region gefördert?  Für insgesamt rund 162 000 Euro sollen Terrasse, Dach und Fassade der Belgeraner Kita „Rolandspatzen“ saniert, sowie Krippenwagen, Spielpodest und Raumteiler für die Krippe angeschafft werden. Für die Sanierung des Aufzugs und des Verteilerbauwerks der Kita „Elbspatzen“ Torgau sowie ein Wärmeverbundsystem und den Kellerabgang hinten werden  rund 387 000 Euro fällig. Circa 18 000 Euro kostet der neue Zaun der Kita „Sonnenschein“ Mockrehna. Die Neußener „Heideknirpse“ bekommen für rund 13 000 Euro neue Ausrüstung für die Krippe, für 6000 Euro wird bei den Staritzer „Wiesenwichteln“ ein Raum für Integrativkinder eingerichtet, dazu gibt’s einen neuen Fußboden und Garderobenmöbel. Möbel und Krippenbetten für rund 4000 Euro schafft Trossin für die Kita „Biberburg“ an.