6. Januar 2012 Kathrin Kabelitz (Leipziger Volkszeitung)

Nordsachsens Wald geht es besser

Über 6700 Bäume auf dem Prüfstand

Sieben Prozent weniger geschädigte Bäume als im gesamten Freistaat

Nordsachsen. Im Landkreis Nordsachsen ist der Waldzustand im Tiefland wie bereits in den Vorjahren etwas besser als in anderen Gebieten Sachsens. Dies ist eines der Ergebnisse des aktuellen Waldzustandsberichtes des Freistaates Sachsen, den Forstminister Frank Kupfer (CDU) unlängst in Dresden vorstellte. In dieser Region gibt es sieben Prozent weniger deutlich geschädigte Bäume als in den übrigen Gebieten. Aber auch der Gesamtzustand der sächsischen Wälder sei trotz erheblicher Witterungsschwankungen stabil. "Wir können zufrieden sein", so Kupfer (CDU), "von kleineren Beschwerlichkeiten abgesehen, erfreut sich der Wald guter Gesundheit."

Zu den Details, die Nordsachsen mit der Dübener und Dahlener Heide betreffen, gab der Sprecher des Forstamtes Taura gegenüber der LVZ Auskunft. Ende März und Anfang Mai seien Schäden durch Spätfrost aufgetreten. "Das waren zum Beispiel Schäden vor allem auf den neu angelegten Erstaufforstungen durch abgestorbene Triebe der jungen Bäumchen", erklärte Jan Wolfram. Der Gesundheitszustand der Kiefer habe sich nur leicht verschlechtert, das Gesamtbild sei aber seit 2009 nahezu konstant gut. Es zeige sich aber der Einfluss von nadelfressenden Schadinsekten, die sich seit etwa zwei Jahren stärker vermehren, so der Sprecher. 2012 sei mit vermehrten Fraßschäden zu rechnen.

Der Kronenzustand der Eichen schwankt stark, bedingt durch Spätfröste und Insektenfraß. Aber, so Wolfram: "Die Eiche als starke Baumart kann derartige Schäden gut kompensieren." Die Buche zeige unübersehbare gestiegene Kronenverlichtungen, 56 Prozent dieser Baumart gelten als deutlich geschädigt. So wie bereits im Vorjahr stehe dieser schlechte Gesundheitszustand im direkten Zusammenhang mit der extrem starken Buchenmast, also mit der starken Ausbildung von Früchten. In dieser Zeit geht das Holzwachstum zurück.