1. Februar 2012 Ditmar Wohlgemuth (Leipziger Volkszeitung)

Nutzungsvertrag für Strandbereich Dreihausen

Späte Willensbekundung von Löbnitzer Abgeordneten / Gemeinwohl für den Sausedlitzer See beantragt

Löbnitz. "Noch in diesem Jahr soll sich etwas im Bereich des Strandes Dreihausen am Sausedlitzer See tun." Das stellte jedenfalls der Löbnitzer Bürgermeister Axel Wohlschläger (CDU) in Aussicht. Einstimmig beschloss der Gemeinderat, die Betreibung des Strandes an die All-on-Sea-Projektentwicklungsgesellschaft zu vergeben. Selbige Gesellschaft ist bereits am Schladitzer See erfolgreich tätig. "Der Antrag auf Gemeingebrauch des Sees liegt noch beim Landratsamt Nordsachsen", teilte Wohlschläger mit.
Unabhängig davon und auch von dem immer noch vorhandenen Bergrecht könne sich der Betreiber schon um einige Dinge kümmern und so die Gemeinde entlasten, hieß es. Im vergangenen Sommer sei der Strand bereits trotz eines Verbotes und verstärkter Kontrollen durch Sicherheitsdienste genutzt worden. "Das lässt sich in diesem Stadium nicht mehr verhindern", räumte Seen- koordinator Eckhard Müller ein. Er stand den Abgeordneten für Fragen am Montagabend zur Seite.
Heiko Wittig (SPD) vergewisserte sich, ob sich etwas an der Situation am See verändert habe. Prinzipiell sei das nicht der Fall, so Wohlschläger. An den Besitzverhältnissen - die LMBV ist noch Eigentümer - habe sich nichts getan. Wittig kritisierte deshalb, dass die "Willensbekundung der Gemeinde, am Dreihausener Strand etwas entstehen zu lassen", so spät komme. Der Bürgermeister hielt entgegen, dass man jetzt mehr Druck entwickeln möchte, um die Entwicklung in diesem Bereich voranzutreiben. Auch aus Sicht von Michael Friedrich (Die Linke) sei dieser Schritt "längst überfällig". Wohlschläger meinte in dem Zusammenhang, dass das Baden und eine sportliche Betätigung auf dem Wasser mit der Vereinbarung noch nicht gewährleistet sei. Der Gemeingebrauch des Wassers sei noch nicht bestätigt. Windsurfen auf dem See sei weiterhin illegal. Unabhängig davon könne All-on-Sea mit vorbereitenden Arbeiten in dem Bereich beginnen. Das Schaffen von Parkplätzen am See und von Einsetzstellen für Surfbretter als auch die Müllbeseitigung könnten Aufgaben sein. Als Basis vor Ort wird dem Betreiber der ehemalige Kuhstall dienen können. Die Gemeinde verkaufte die Fläche, auf der das Gebäude steht, für 148 Euro. "So viel, wie wir damals bezahlt haben." Nach einer letztmaligen Müllberäumung im Haus soll es an den Betreiber übergeben werden. "Damit sind wir dieses Problem los", stellte Bürgermeister Wohlschläger ohne Schadenfreude fest. In der vergangenen Zeit sei das Gebäude mehrfach aufgebrochen und für illegale Müllentsorgungen genutzt worden. "Für uns ist dieser Standort schlecht beherrschbar."
Abgeordnete Christine Schiemann (SPD) teilte mit, sie habe mit ihrem Büro vom Bergbausanierer LMBV den Auftrag bekommen, die Planungen für den Strandbereich Dreihausen vorzunehmen. "Wir sind dann auch bei der Ausschreibung der Leistungen bis zur Realisierung beteiligt." Im Sommer diesen Jahres sollen die Unterlagen dem Bergbausanierer vorliegen. Sie umfassen unter anderem das Wegesystem, die Parkplätze, die Stichstraßen zum Strand, die Versorgung mit Elektroenergie, aber auch die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung.
Für den Sausedlitzer Bereich ruhen derzeit die Planungen. Priorität habe Dreihausen, sagte Schiemann. Ob ein offizieller Badebetrieb noch in diesem Jahr möglich ist, schloss sie nicht aus, "denkbar ist er aber für 2013". Parallel dazu werde derzeit ein Bebauungsplan entwickelt. Ab März könnten sich in einer öffentlichen Auslegung die Träger öffentlicher Belage dazu äußern. Das Planungsgebiet Dreihausen umfasst etwa 15 Hektar. Im Zentrum steht der ehemalige Kuhstall.