Dresden. Der massenhafte Giftmüll auf dem Gelände des Abfallunternehmens S.D.R. Biotec in Pohritzsch (Kreis Nordsachsen) muss laut Angaben des Umweltministeriums bis Jahresende umweltgerecht auf Deponien entsorgt sein. Derzeit lagern noch 600 Tonnen giftiger Abfall auf dem Firmengelände, wie der Sprecher des Umweltministeriums, Frank Meyer, gestern am Rande des Müll-Untersuchungsausschusses im Dresdner Landtag sagte. Weitere 1900 Tonnen wurden laut Ministerium bereits auf Deponien geschafft und sachgerecht gelagert.
Das wegen möglicher Umweltverschmutzungen in die Schlagzeilen geratene Abfallbehandlungsunternehmen S.D.R. Biotec hatte jahrelang mit Giftmüll gearbeitet. Messungen ergaben Umweltverschmutzungen in der Umgebung des Betriebsgeländes, wo sich Kleingärten, Felder und Spielplätze befinden. Daraufhin gab die Firma ihre Genehmigung zur weiteren Aufnahme von Giftstoffen zum 1. April dieses Jahres ab.
Offenbar nicht ganz freiwillig, wie sich im Untersuchungsausschuss zeigte. Das Landratsamt Nordsachsen wollte eine Stilllegung der Giftmüll-Behandlungsanlage veranlassen, wie dessen Ex-Umweltamtschef, Bernhard Voll, als Zeuge im Ausschuss sagte. Ende vergangenen Jahres habe es endgültig Gewissheit aufgrund der amtlichen Messungen gegeben, dass die zulässigen Grenzwerte für Blei, Cadmium oder Arsen in Luft und Boden mehrfach überschritten worden waren.
Laut Grünen-Fraktion soll die Firma unter anderem seit 1999 belasteten Müll auf den Deponien in Spröda, Cröbern, Grumbach, Chemnitz und Gröbern entsorgt haben. "Ich gehe davon aus, dass gegen Gesetze verstoßen wurde", sagte Voll. S.D.R. Biotec sollte giftigen Müll und Schlacke schließlich so behandeln, das keine Schadstoffe in die Umwelt gelangen können. Doch das sei der Firma offenbar nicht gelungen.