2. Januar 2012 Christian Wendt (Torgauer Zeitung)

"Schülerzahlen eigentlich noch weitaus besser"

Torgau (TZ). Das Interesse am Besuch von Musikschulen ist nach Angabe des sächsischen Kultusministeriums ungebrochen hoch (TZ berichtete bereits). Davon profitiert unter anderem auch die Torgau-Oschatzer Kreismusikschule „Heinrich Schütz“. Die Torgauer Zeitung sprach über diesen erfreulichen Umstand mit Elvira Dreßen, der Leiterin der Einrichtung.

TZ: Worauf führen Sie das gesteigerte Interesse an der Musikschule zurück? Immerhin verzeichnete Ihre Einrichtung in den vergangenen fünf Jahren ein Plus von 185 Schülern.
Elvira Dreßen:
Im Grunde genommen, sehen die Zahlen im Zehn-Jahres-Zeitraum ja noch weitaus besser aus. Konnte die Schule ihre Schülerzahlen doch verdoppeln. Dass dies so ist, liegt an zwei wesentlichen Punkten. Auf eine musikalische Ausbildung wird seitens der Eltern nach wie vor Wert gelegt. Zudem hat die Schule durch das Angebot des Klassenmusizierens in Grund- und Mittelschulen ein neues Betätigungsfeld erschlossen.

Das ungebrochen hohe Interesse an den Musikschulen hat aber auch einen Haken. Wie das Ministerium mitteilte, seien die Wartelisten mitunter recht lang. Wie sieht‘s damit in Torgau-Oschatz aus?
Auch bei uns gibt es Wartelisten.
Allerdings keine langen. Wir sind bestrebt, jedem Interessenten so schnell wie möglich ein Angebot zu unterbreiten, um ihn nicht zu enttäuschen. Dazu gehören mitunter auch Alternativen, die er anfangs noch gar nicht in Betracht gezogen hat, wie beispielsweise Gruppenunterricht.

Im kommenden Jahr sollen die Torgau-Oschatzer und die Delitzscher Einrichtung zu einer verschmelzen. Was wird neben dieser Strukturänderung inhaltlich von der nordsächsischen Musikschule zu erwarten sein?
Ich glaube fest daran, dass durch diesen Zusammenschluss und daraus resultierende Synergieeffekte die Attraktivität noch weiter gesteigert wird.

Wie zum Beispiel?
Das Sinfonieorchester steht ganz weit oben. Bereits im November fanden sich etwa 60 Musikschüler aus ganz Nordsachsen zu einem viertägigen Probelager in der Musikakademie Kloster Michaelstein zusammen, wo sie unter der Leitung von Sebastian Kewitz und sechs weiterer Instrumentalpädagogen ein anspruchsvolles Programm einstudierten.
Das Sinfonieorchester hat seine Feuertaufe zur Weihnachtsgala im Torgauer Kulturhaus mit Bravour bestanden. Im Frühsommer wird es zudem ein großes Konzert geben, über das ich allerdings der Überraschung wegen noch nicht viel erzählen möchte.