12. Dezember 2011 Thomas Steingen (Leipziger Volkszeitung)

Standpunkt - Zahlenspiel bleibt Momentaufnahme

Im Kreisgebiet von Nordsachsen haben sich die Gewerbesteuereinnahmen in den ersten neun Monaten 2011 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 21Prozent erhöht. Das ist zunächst eine positive Kunde, die kurz vorm Jahresende aus der Statistik des sächsischen Landesamtes spricht. Erfreulich ist auch, dass dieser Zuwachs vor allem der Entwicklung in den Gemeinden zu danken ist, was andererseits nicht darüber hinwegtäuschen darf, dass große Kommunen wie die Städte Delitzsch, Eilenburg und Bad Düben Rückgänge bei dieser wichtigen Einnahmequelle zu verzeichnen haben. Überzubewerten sind die statistischen Zahlen jedoch ebenso wenig, denn Gewerbesteuern bleiben für die Kommunen immer schwer zu kalkulieren, weil Geld, das als Steuervorauszahlung in die Kasse fließt, später schnell, weil es als Erstattung zurückgezahlt werden muss, ein Loch in den Gemeindeetat reißen kann. Letztlich bleibt die Statistik in diesem Punkt immer nur eine Momentaufnahme.