11. Januar 2012 Sebastian Stöber (Torgauer Zeitung)

T-Zitat sorgte für einigen Wirbel

Nordsachsen (TZ). Das Kennzeichen T sorgt für Bewegung. Und das alles wegen des Silvesterinterviews der TZ mit Landrat Michael Czupalla. Offen hatte der sich für den Einzelbuchstaben T ausgesprochen. Im weiteren Verlauf war der Landrat dann mit der Aussage zitiert worden, dass vor der Kreisreform niemand den Mut hatte, dieses Kennzeichen zu fordern. Allerdings ist hier ein Fehler bei der Abschrift des Interviewmitschnitts passiert. Michael Czupalla sagte tatsächlich, dass ihm selbst dazumal in Anbetracht der anstehenden Wahlen und der bitteren Pille, die Delitzsch durch den Verlust des Kreissitzes bereits hatte schlucken müssen, der Mut gefehlt hätte, das T zu unterstützen.
So erklärt sich auch ein Abstimmungsergebnis aus dem Delitzscher Kreistag vom 21. Mai 2008. Dr. Michael Friedrich (Die LINKE) hatte dazumal den „T-Antrag“ eingebracht. 17 Räte stimmten dafür, 20 dagegen, acht Enthaltungen wurden gezählt.

Bereits in der zweiten Jahreshälfte 2007 hatte die Junge Union Torgau-Oschatz das T ins Gespräch gebracht. Sogar ein entsprechender Brief an den damaligen Innenminister Albrecht Buttolo wurde verschickt. „Es ist uns klar, dass es verschiedene diskutable Möglichkeiten der Kreiskennung gibt, doch besitzt das T in unseren Augen die größte überregionale Strahlkraft“, erklärte der Kreisvorsitzende Marian Wendt. Eine Nachfrage der Torgauer Zeitung beim Wirtschafts- und Verkehrsministerium Sachsens hat ergeben, dass es aus Sicht des Freistaates keinen Hinderungsgrund für den Kennzeichenbuchstaben T gäbe. „Nordsachsen ist nicht zwangsläufig an TDO gebunden“, sagte Ministeriumssprecher Peter Welp. Er zeigte sich jedoch überrascht davon, dass gerade jetzt dieses Thema aufkomme, da Sachsen  zeitgleich große Anstrengungen unternimmt, die Wiedereinführung der alten Kreiskennzeichen zu ermöglichen. Welp bestätigte zudem, dass das Kennzeichen T noch verfügbar ist. Damit könnte es beantragt werden.