4. Januar 2012 Sebastian Stöber (Torgauer Zeitung)

Torgau weiter Schlusslicht

Oschatz/Torgau (TZ). Einmal mehr ist der Altkreis Torgau das Schlusslicht der Arbeitsmarktstatistik im Agenturbezirk Oschatz. Zwar stieg die Arbeitslosenquote im Dezember in allen Dienststellen gegenüber dem Vormonat an. Doch nur in Torgau wurde mit 12,7 Prozent auch der Vorjahreswert überboten. Oschatz (11,4), Döbeln (12,0), Wurzen (8,0) und Grimma (10,4) blieben zum Teil deutlich darunter. Dass Torgau die 12,5 Prozent aus dem Vorjahr gerissen hat, sei der Fluch der kleinen Zahlen, sagte die Oschatzer Agenturchefin Marlies Hoffmann-Ulrich, gestern während der Präsentation der Dezemberzahlen. Sechs Personen zähle der Unterschied genau. Nichtsdestotrotz werde man im neuen Jahr besonderes Augenmerk auf die Region Torgau richten.

Insgesamt zählte die Agentur hier im Dezember 3351 Arbeit suchende Menschen.  Während insgesamt 104 Personen im letzten Monat des Jahres einen Job fanden, meldeten sich im gleichen Zeitraum 227 Menschen arbeitslos. Weitere 123 beendeten ihre Beschäftigung auf dem zweiten Arbeitsmarkt. Im gesamten Landkreis Nordsachsen waren im Dezember 12 540 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Die Quote stieg damit von 10,8 auf 11,2 Prozent. Mit 9637 wurden die meisten dieser Menschen vom Jobcenter Nordsachsen betreut. Es betreut die Empfänger von Hartz-IV-Leistungen und Sozialgeld. Die Agentur betreute 2903 Empfänger von Arbeitslosengeld II.
Auf Anfrage der TZ bestätigte Agentur-Pressesprecher Volkmar Beier die Entwicklung, dass circa jeder fünfte Arbeitnehmer, der  seine Beschäftigung verliert, beim Jobcenter landet, auch für den Agenturbezirk Oschatz. Die Süddeutsche Zeitung hatte einen entsprechenden Trend für die Bundesrepublik ausgemacht. Allerdings, so Beier, gehe es nicht um Leistungsbezieher, sondern zunächst um die Behörde, bei der der Antrag abgegeben werde.

Relativ oft seien unter den Antragstellern beim Jobcenter Menschen, die  durch befristete Beschäftigungen Arbeitslosengeld-I-Anspruch erworben hätten. Außerdem würde aus jeder gescheiterten Arbeitsaufnahme von Langzeitarbeitslosen ein Zugang beim Jobcenter.