Bad Düben (TZ). Für einen Abend war der Saal des Heide-Spa gestern wieder der Mittelpunkt Nordsachsens. Landrat Michael Czupalla hatte zum Neujahrsempfang des Kreises eingeladen und mehr als 350 Gäste waren gekommen. Unter ihnen zahlreiche Politiker. Unter ihnen waren der CDU-Bundestagsabgeordnete Manfred Kolbe, die Präsidenten von IHK und HWK, Vertreter der Wirtschaft und des öffentlichen Lebens – aus Vereinen, Verbänden, Bundeswehr und Kirche.
In einer kompakten Neujahrsrede versuchte Czupalla, Optimismus zu verbreiten. Deutschland sei gestärkt aus der Wirtschafts- und Finanzkrise hervorgegangen, die Herausforderung liege jetzt darin, „junge Leute in dieser Region zu halten, sie gut auszubilden und unserer Wirtschaft zur Verfügung zu stellen.“ Sorgen und Unzufriedenheit bereitet CDU-Politiker Czupalla die B 87n. Er sieht nun die sächsische Landesregierung am Zug: „Hier erwarte ich auch eine klare und eindeutige Position, die ich immer noch vermisse, vom Wirtschaftsministerium in Dresden. Die fehlt uns bis heute. Und mit einem Blick in den Entwurf des Landesentwicklungsplan 2012, der ab 27. Januar 2012 im Freistaat Sachsen öffentlich ausgelegt wird, bestätigt sich dies“, so der Landrat. Die B 87n müsse dort zu den für das nächste Jahrzehnt als wichtig eingestuften Straßenneu- und Ausbauvorhaben gehören! Denn das sei die Grundvoraussetzung, um erneut mit diesem Anliegen im Bundesverkehrsministerium in Berlin vorstellig werden zu können.
Kämpferisch wurde Michael Czupalla dann noch zweimal. Zunächst, als er im kreisübergreifenden Kontext seine Entschlossenheit bekundete, auch künftig extremistischen und terroristischen Strömungen entgegenzutreten: „Verfassungsfeindliche, menschenverachtende Strömungen, Organisationen und ihre Vertreter, dürfen weder in unserer Gesellschaft noch in unseren Parlamenten einen Platz haben. Und wir sollten alles das ernst nehmen. Es war immer so in der Geschichte, wenn eine Gesellschaft anfängt, sich nicht mehr mit Problemen auseinanderzusetzen, wurde es brenzlig.“ Energische Worte fielen auch zum Wert von Politik. „Gerade das politische Engagement in der Kommunalpolitik sehe ich als eine wesentliche Grundlage unserer Demokratie. Sehr oft ist dieses Engagement auch eine Belastung und manchmal vermisse ich von der Öffentlichkeit für dieses Engagement ein wenig auch den Respekt.“ Vielleicht hänge es auch damit zusammen, dass in unserem Land immer mehr eine allgemeine Habgier herrsche und dass man in unserer Gesellschaft immer mehr eine Haltung vorfindet, die nach dem Preis fragt und nicht nach dem Wert.
Der Rede folgte der obligatorische Festvortrag, in diesem Jahr von Claus Friedrich Holtmann gehalten. Der Geschäftsführende Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbands sprach über „Bürger, mittelständische Unternehmen und Sparkassen in der Finanzkrise.“ Für die kulturelle Umrahmung sorgten die Kreismusikschule „Heinrich Schütz“ und die „Nordlichter“.