Kreisgebiet. Der Bevölkerungsrückgang schlägt sich auf die Mitgliederzahlen in den einzelnen Kirchengemeinden nieder. Diese Entwicklung macht vor dem Altkreis Delitzsch nicht halt.
Gegenwärtig hat der Bereich Delitzsch 1823 Gemeindeglieder, Zschortau 735, Schkeuditz 1088, Schenkenberg 950, Zwochau 659, Eilenburg 1266, Bad Düben 1558, Krippehna 1221, Krostitz 1341, Sprotta 1082, Authausen 1052, Löbnitz 896 sowie Audenhain 1292. Vakant ist die Pfarrstelle in Zschortau, in Eilenburg tritt Pfarrer Eckehard Winde am Sonntag seinen Dienst an. "Die Entwicklung der Bevölkerungszahl in Sachsen liegt bei minus 1,2 Prozent pro Jahr, für Nordsachsen lag sie im Jahr 2010 bei minus 0,7 Prozent, für den Kirchenkreis Torgau-Delitzsch bei minus 2,7 Prozent", so Superintendent Christian Stawenow. Gründe für den andauernden Schwund böte insbesondere die demografisch Struktur. So sei der Anteil der über 70-Jährigen bedeutend höher als der unter 30-Jährigen. "Während das Verhältnis zwischen Verstorbenen und Geborenen im statistischen Durchschnitt in Sachsen bei 68 Prozent liegt und dies ein wesentlicher Faktor für den Rückgang ist, liegt das Verhältnis zwischen den als Kirchenmitglieder Verstorbenen und Getauften bei 28 Prozent, was noch einmal mehr deutlich macht, dass der Trend des Schwundes der Gemeindeglieder eher zu- als abnehmend ist", so Stawenow.
In den Gemeinden werde der negative Trend allerdings nicht so deutlich wahrgenommen, weil die Teilnahme am kirchlichen Leben eher konstant als schwindend - mancherorts sogar mit einem Wachstum verbunden sei. Hinzu komme ein hohes Engagement rund um die Kirchen und riesige Fortschritte bei der Sanierung und Renovierung der Kirchen. "Ich erlebe grundsätzlich eine hohe Akzeptanz kirchlicher Präsens, wenn auch der Wille, diese mitzutragen, im Durchschnitt unseres Kirchenkreises nur von etwa 17 Prozent der Bevölkerung unterstützt wird. In den Städten Torgau, Eilenburg, Delitzsch liegt diese Zahl gar bei nur zehn Prozent", informierte der Superintendent. "Die Arbeit unserer Mitarbeitenden ist an alle gerichtet und im Selbstverständnis unseres kirchlichen Auftrages auch für alle da", fügte er hinzu.
In einer Gesellschaft, in der vornehmlich materielle Dinge und Konsum im Blickpunkt stehen, werde ein ungerechtfertigt hoher Abbruch kirchlicher Tradition in den Familien und damit eben auch der Verlust an religiöser Praxis verzeichnet. Der Weg, sich das Terrain des Glaubens zu erwerben, sei mitunter mühsam, weil nicht nur kirchliche Rituale in Vergessenheit geraten sind, sondern mehr noch die Inhalte des christlichen Glaubens. "Als evangelische Kirche wollen wir beides fördern - das Wissen um den großen Schatz unseres Glaubens, der unsere Kultur und Ethik wesentlich trägt und eine Praxis des Glaubens, der unserem Leben Zuversicht und Stärke zu geben vermag. Deshalb sind wir immer eine einladende Kirche.