Wiedemar. Freude auf das Factory-Outlet-Center (FOC), das Wiedemar Fashion Outlet heißen soll. Die Stimmung im Hotel Belmondo in Wiedemar war gestern ausgesprochen gut. Nordsachsens Landrat Michael Czupalla und die Bürgermeisterin der Gemeinde, Karin Bödemann (beide CDU), hatte neinen medialen Auflauf organisiert, um mit Investor Kees Woltering noch einmal gemeinsam in die Kameras zu lächeln und den Sieg zu feiern. Und das auf historischem Boden. Denn Wiedemar war nach der Wiedervereinigung das erste Gewerbegebiet, das im Freistaat erschlossen wurde.
Bereits Mitte Dezember hat das Leipziger Verwaltungsgericht die Klage der Stadt Leipzig gegen die Errichtung des FOC abgewiesen. Die Baugenehmigung ist damit rechtmäßig. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Die Begründung des Gerichts zu dieser Entscheidung wird Ende dieses Monats erwartet. "Ich freue mich, dass es nun endlich losgehen kann und hoffe, dass diese Entscheidung nun auch akzeptiert wird", sagte Czupalla gestern und deutete damit die Einspruchmöglichkeit von Leipzig an. Aber daran will im Moment niemand denken. Czupalla lobte das harmonische und konstruktive Miteinander, welches er mit dem Leipziger OBM Burkhard Jung (SPD) pflege. Ein Leipziger Einspruch würde alles kaputt machen, auch die gemeinsame Wirtschaftsförderung, ließ Czupalla keine Zweifel an eventuellen Konsequenzen. Aber darum ging es gestern nicht. So wurde das Bekannte präsentiert und genossen. Kees Woltering, Geschäftsführer von Stable International Development, sagte keine schädlichen Auswirkungen auf die zentralen Versorgungsbereiche der Stadt Leipzig voraus. "Auch ich bin glücklich, dass es endlich losgehen kann. Ich hoffe, dass Leipzig nicht in Einspruch geht", so der Niederländer. Er kritisierte, dass Leipzig bisher alle Gesprächsangebote mit seinem Unternehmen abgelehnt habe. Jetzt werde man mit dem Bau so schnell wie möglich im Frühjahr beginnen, um eine Eröffnung im Frühjahr 2013 zu realisieren. Die Entscheidung für einen Generalbaunehmer sei noch nicht gefallen, stehe aber bevor. Die Baufirmen sollen aus dem mitteldeutschen Raum kommen. 60 Prozent der geplanten 13000 Quadratmeter Verkaufsfläche seien vermietet. Die positive Gerichtsentscheidung habe für weitere Anfragen gesorgt. "Grundsätzlich ist es so, dass wir im Vorfeld keine Markennamen nennen, aber gehen sie davon aus, dass alle üblichen Marken auch bei uns vertreten sein werden" , so Woltering. Der Investor ließ keine Zweifel daran aufkommen, dass in der Region nur Platz für ein Outlet-Center ist. Und da sei Wiedemar im Vorteil gegenüber Brehna, wo ebenfalls Baurecht bestehe. Woltering: "In Brehna ist das Verfahren der Stadt Leipzig noch nicht entschieden. Außerdem ist mir nicht bekannt, dass dort schon Mieter Verträge unterschrieben haben."