Kreisgebiet. Im Landkreis Nordsachsen gibt es 14217 Arbeitslose und damit 1681 mehr als vor vier Wochen. Die Quote steht bei 12,7 Prozent. Im Altkreis Delitzsch ist die Arbeitslosigkeit im Januar um 789 Personen auf 7478 Personen angestiegen. Die Arbeitslosenquote stieg um 1,4 Punkte auf 13,2 Prozent. Auffällig in dieser Statistik ist, dass es in allen Städten und Gemeinden des Landkreises Nordsachsen, und damit auch des Altkreises Delitzsch, Zugänge gibt. Und auch die Anzahl der Betroffenen in den Bereichen bis 25 Jahre (+134) und von 50 bis 65 Jahre (+166) verzeichnen Zuwächse. Aktuell sind in Delitzsch 4017 und in Eilenburg 3461 Arbeitslose registriert.
Von den 7478 Betroffenen werden 1977 in den Agenturen in Delitzsch und Eilenburg betreut, die in den ersten zwölf Monaten verantwortlich sind. Dementsprechend 5501 Kunden zählt das Jobcenter, das sich danach weiter kümmert. Für die Geschäftsführer der Agenturen in Delitzsch (Catrin Jubeh) und Eilenburg (Michael Denkert) ist auffällig, dass die Anzahl der Männer und Frauen, die aus der Erwerbstätigkeit arbeitslos wurden, mit 1141 "sehr hoch ist". Dem stünden nur 289 Vermittlungen in Arbeit gegenüber. "Monats-, Quartals- und Jahresende sowie der Wintereinbruch sind mehrere schlechte Gründe für den flächendeckenden Anstieg der Zahlen und der Gesamt-Quote. Kritisch müssen wir auch feststellen, dass sich das Thema Langzeitarbeitslosigkeit verfestigt", so Jubeh und Denkert unisono. Erfreulich seien sämtliche Zahlen im Vergleich mit dem Vorjahr, insbesondere bei den Jugendlichen. 2011 standen 1495 in der Statistik. Jetzt sind es 217 weniger.
In Nordsachsen gibt es 12886 Bedarfsgemeinschaften (Familien oder einzelne Personen, die Hilfe bekommen). Darin leben 17323 Menschen, die Hartz IV erhalten. Weitere 5327 bekommen Sozialgeld. Die Anzahl der Empfänger von Arbeitslosengeld II ist im Januar um 37 Personen zurückgegangen. Innerhalb eines Jahres waren sogar 1491 Personen weniger auf Arbeitslosengeld II angewiesen. "Dieser Rückgang bedeutet weniger staatliche Unterstützung und mehr Teilhabemöglichkeiten für den Einzelnen", so Jobcenter-Geschäftsführerin Michaela Ungethüm.
Neben der Arbeitslosigkeit weist die Agentur die Unterbeschäftigung aus, bei der auch die Teilnehmer an Arbeitsmarktmaßnahmen einschließlich zweitem Arbeitsmarkt und Weiterbildung einbezogen werden. Ende Januar lag die Unterbeschäftigung im Landkreis Nordsachsen bei 16477 Personen, 1318 mehr als im Dezember. Das entspricht einer Quote in Höhe von genau 15 Prozent.