23. Dezember 2011 Sebastian Stöber (Torgauer Zeitung)

"Wir werden den Termin halten"

Nordsachsen (TZ).  Der seit Dienstag genehmigte Haushalt des Landkreises für 2012 hält vor allem zum Sparen an. Doch das ist nicht die einzige Herausforderung, mit der sich Kämmerer Kai Emanuel im kommenden Jahr auseinandersetzen muss. Bis Ende des Jahres soll zudem das gesamte Rechnungswesen auf die Doppik umgestellt sein. Die TZ befragte den Kämmerer zum Stand der Dinge.

TZ: Wie weit ist die Mammutaufgabe bereits abgearbeitet?
Kai Emanuel: Wir haben zur Einführung der Doppik ein gemeinsames Projekt mit den Landkreisen Leipzig und Sächsische Schweiz/Osterzgebirge und dem Erzgebirgskreis gestartet. Hierbei wurden fünf Teilprojekte wie EDV/Schulung oder Erfassung und Bewertung erstellt. Jedes Teilprojekt gliedert sich dann in einzelne Aufgaben, die entsprechend den zeitlichen Vorgaben in allen Landkreisen umgesetzt werden. Dieses feingliedrige System ist aus meiner Sicht notwendig, um in Verwaltungen unserer Größe die Termine einzuhalten.

Womit beschäftigen Sie sich derzeit?
Konkret sind wir dabei, die Bewertung der Grundstücke, der Verwaltungsgebäude, der Schulen und der Straßen durchzuführen. Parallel werden die verschiedenen Schnittstellen – Software – auf Anpassungen geprüft. Die Schulung der Mitarbeiter erfolgt dabei immer aufgabenbezogen. Wir haben im letzten Kreistag über die zu bildenden Schlüsselprodukte und die grundsätzliche Gliederung der Teilhaushalte informiert. Dies sind wichtige Voraussetzungen für die Aufstellung des Haushaltes 2013 und der Eröffnungsbilanz.

Wie viel Geld muss der Kreis in die Hand nehmen, um die Umstellung zu stemmen?
Die Kosten der Umstellung haben wir zu Beginn des Projektes auf zwei Millionen Euro geschätzt. Dabei sind die Leistungen, die die Mitarbeiter unseres Hauses erbringen, natürlich mit eingerechnet. Zu welchem Anteil diese in Eigenleistung erbracht werden können, ist meist  von der zur Verfügung stehenden Arbeitszeit abhängig. Mit dem Haushaltssicherungsprogramm haben wir einen Personalschlüssel in den Fachämtern erreicht, der wenig Spielraum für zusätzliche Aufgaben, wie die Bewertung von Straßen, lässt.

Können Sie den 1. Januar 2013 halten?
Wir werden zu dem Termin ein funktionierendes Rechnungswesen aufgebaut haben, dass dann je nach Bedarf in unterschiedlicher Tiefe weiterentwickelt werden kann.