Der Kreistag möge beschließen, der Landrat wird aufgefordert:
Begründung:
Der Landkreis Nordsachsen ist sachsenweit mit am stärksten vom Hausarztmangel betroffen. Diese Situation wird sich in den kommenden Jahren weiterhin zuspitzen und sich auch auf die Fachärzte ausweiten. Insgesamt sind 15 Hausärzte in der Region Torgau-Oschatz im Altersbereich 65 Jahre und älter. Die ärztliche Versorgung in der Region wird sich speziell im ländlichen Bereich in den kommenden 5 Jahren dramatisch zuspitzen.
Die Berechnungsgrundlage der Bedarfsplanung entspricht nachweislich nicht mehr dem tatsächlichen, realen Bedarf. Bislang unberücksichtigt bleiben die Altersstruktur bei Ärzten und Patienten. Hier müssen entsprechende Voraussetzungen geschaffen werden, um den Ärztemangel im Landkreis mittelfristig zu stoppen.
Um das bestehende Versorgungsniveau nicht zu unterschreiten, sollten als Sofortmaßnahme finanzielle Starthilfen seitens der Staatsregierung aus Haushaltsmitteln für neue Ärzte in ländlichen Regionen zur Verfügung gestellt werden. Das „Modellprojekt regionale medizinische Versorgung in den neuen Bundesländern, welches im Auftrag des BMI von der Hildebrandt Gesundheits-Consult (HGC) realisiert wird, stellt einen wichtigen Schritt für eine nachhaltige Konzeption der Ärzteversorgung im Landkreis dar. Dabei müssen die dramatischen Entwicklungen in der Demographie der Bevölkerung (Abwanderung vor allem aus den ländlichen Gebieten, höherer Altersdurchschnitt, sinkende Mobilität einzelner Gruppen bei ausgedünntem ÖPNV) Berücksichtigung finden. Unumgänglich ist, dass diese Ergebnisse in ein Konzept mit konkreten Maßnahmen gegen den Ärztemangel in Nordsachsen einfließen.