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LVZ Delitzsch-Eilenburg

Corona bremst Notarztwagen in Nordsachsen aus

Binnen zwölf Minuten müssen die Retter am Einsatzort sein – doch diese Hilfsfrist wird oft nicht eingehalten / Beigeordneter legt im Kreistag aktuelle Zahlen vor

Nordsachsen. In 95 Prozent aller Fälle sollten Rettungswagen innerhalb von zwölf Minuten am Einsatzort sein. Diese sogenannte Hilfsfrist hat der Freistaat Sachsen festgelegt. Im Landkreis Nordsachsen konnte diese Frist 2020 nur in 74 Prozent aller Fälle eingehalten werden. Damit konnte der 2. Beigeordnete des Landkreises am Mittwoch im Kreistag, der wegen der Corona-Krise im Bad Dübener Heide Spa stattfand, zwar eine minimale Steigerung von einem Prozentpunkt gegenüber 2019 verkünden, zufrieden war Jens Kabisch damit aber nicht. 

In seinem Vortrag vor den nordsächsischen Kreisräten hatte er zuvor erläutert, welche Anstrengungen der Landkreis als zuständige Behörde zuletzt für die Absicherung des bodengebundenen Rettungsdienstes unternommen hatte, um sich den gesetzlichen Vorgaben anzunähern. So ist der Flughafen mit seinen Rettungswagen in den Umgriff des Bereichsplanes aufgenommen worden. Die Standorte Zwochau und Trossin sind seit Mai 2020 statt zwölf Stunden jeden Tag rund um die Uhr am Netz. Die Hauptrettungswachen Delitzsch und Torgau erhielten Anfang 2021 jeweils einen zusätzlichen Rettungswagen, der zwölf Stunden am Tag einsatzbereit ist.

Dass unter dem Strich keine wirkliche Verbesserung in Sachen Hilfsfrist zustande kam, führte Jens Kabisch auf den steigenden Anteil der Corona-Einsätze an den durchschnittlich 2700 Notfällen pro Monat zurück, bei denen die nordsächsischen Retter 2020 zum Einsatz kamen. Die umfangreichen Hygiene-Vorgaben hätten dafür gesorgt, dass diese Einsätze deutlich mehr Zeit in Anspruch nahmen. Schutzkleidung an- und abzulegen, Fahrzeug und Ausrüstung zu desinfizieren sei aufwendig. Ergo waren die entsprechenden Rettungswagen bei diesen Einsätzen länger belegt und nicht verfügbar. Überdies sind Fahrtwege länger, da wegen der Schwerpunktsetzung in Corona-Notfällen häufig Leipziger Kliniken angefahren worden sind.

Für 2021/22 ist eine weitere Aufrüstung des Rettungsdienstes im Landkreis geplant. Rund 5,4 Millionen Euro sieht der Doppelhaushalt dafür vor. Im zweiten Quartal 2021 sollen zunächst zusätzliche Rettungswagen an den Hauptrettungswachen Eilenburg und Oschatz in Dienst genommen werden. Auch Baumaßnahmen an den Wachen sind geplant. Zudem haben Nordsachsen und der Landkreis Leipzig eine Kooperation im „Grenzgebiet“ vereinbart, hier will man sich unbürokratisch helfen. Im Fokus stehen laut Vereinbarung die Einsätze unter den Stichworten „Reanimation“ und „Kinder“. Zusammengefasst ist das alles in der 2. Änderung des Bereichsplans für den Rettungsdienst Nordsachsen.

Bevor der Kreistag dem Papier mehrheitlich zustimmte, hatte Heiko Wittig, Vorsitzender der gemeinsamen Fraktion von SPD und Grünen, noch angemahnt, weiterhin die integrierte Rettungsleitstelle Leipzig im Blick zu behalten, da dort aus seiner Sicht weiteres Optimierungspotenzial schlummere.

Und so erfüllten laut Landratsamt die einzelnen Rettungswachenbereiche in Nordsachsen die Hilfsfrist: Schkeuditz 83,41 Prozent, Flughafen 78,17 Prozent, Delitzsch 77,02 Prozent, Torgau 76,26 Prozent, Oschatz 73,71 Prozent, Eilenburg 62,06 Prozent.


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