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LVZ, Delitzsch-Eilenburg

Delitzsch hält Notwohnungen für Obdachlose bereit

Die Nächte werden kälter. Damit rücken wohnungslose Menschen

wieder in den Blick der Bürger. In Delitzsch ist das ein Problem.

Delitzsch. Eine kalte Nacht im Oktober. Die Polizei muss die Feuerwehr rufen. Ein scheinbar wohnungsloser Mann hat sich an der Bahnlinie Leipzig-Berlin in der Anna-Zammert-Straße ein Feuer gemacht. Der Mann muss den Platz verlassen und weiterziehen. Nur wohin?

Es gibt ein paar Menschen, die wohl jeder Delitzscher kennt... Der junge Mann, der oft lautstark mit sich selbst redend durch die Stadt zieht und in einigen Läden schon Hausverbot hat. Die junge Frau, die oft mit ihm unterwegs ist und vielen Menschen ebenso suspekt. Der grauhaarige und freundlich dreinschauende Mann, der immer seinen Rucksack bei sich hat und oft in der Eilenburger Straße sitzt... Jeder Delitzscher kennt ihre Gesichter, ihre Geschichten aber nicht ... Fakt ist: Obdachlosigkeit ist auch in Delitzsch ein Thema – größer vielleicht als mancher wahrhaben mag. Zur Zeit leben in der Stadt Delitzsch 15 der Stadtverwaltung namentlich bekannte wohnungslose Bürger. „Die Fachleute des Sachgebietes Jugend und Soziales schätzen jedoch die Dunkelziffer weitaus höher ein“, heißt es auf Anfrage aus dem Rathaus.

Die Stadt ist gewappnet und unterhält für die vorübergehende Unterbringung wohnungsloser Personen die Obdachlosenunterkunft und sechs Notwohnungen in Delitzsch, Adresse Windmühlenweg 4. Rein kann nicht jeder, amtsdeutsch ausgedrückt: Das Benutzerverhältnis wird durch Einweisungsverfügung des Sachgebietes Jugend und Soziales der Stadt Delitzsch begründet. Und für die Benutzung der Obdachlosenunterkunft sowie für die Notwohnungen für wohnungslose Personen werden Gebühren nach Maßgabe einer Satzung über die Benutzung der Unterkünfte für wohnungslose Personen erhoben – so ist es üblich. Die Stadt ist per Gesetz verpflichtet, Obdachlosigkeit vor Ort abzuwenden, tut sie das nicht mit einer solchen Unterkunft, müsste sie Hotels oder ähnliches bemühen – immerhin dienen Notwohnungen zum Beispiel auch Menschen, deren Haus oder Wohnung Raub von Flammen wurden. Bei Bedarf kann die Stadt weitere Notunterkünfte zusätzlich zum Domizil im Windmühlenweg anmieten. Dieses vorübergehende Benutzungsverhältnis im Windmühlenweg ist zudem auf den in der Einweisung verfügten Zeitraum begrenzt. Von den sechs Notwohnungen sind in den letzten Jahren vier Wohnungen ständig belegt. Die Verweildauer variiert zwischen einem Vierteljahr und länger. Die vielfältigen Schicksale dahinter bleiben verborgen.

Und wenngleich die Nachfrage im Winter naturgemäß steigen wird, ist sie das gesamte Jahr über spürbar. Die Gebührenhöhe für die Übernachtung in der Obdachlosenunterkunft beträgt pro Person und Tag 6 Euro, sie wurde vor ein paar Jahren um drei Euro angehoben. Die Gebühren für die Notwohnungen im Windmühlenweg variieren zwischen rund 166 und knapp 315 Euro pro Monat.


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