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LVZ, Delitzsch-Eilenburg

Fahrpreise für Bus und Straßenbahn steigen ab August um 3,5 Prozent

Die Fahrpreise für Straßenbahnen und Busse in Leipzig werden zum 1. August um durchschnittlich 3,5 Prozent steigen. Das teilte der Mitteldeutsche Verkehrsverbund (MDV) gestern mit und bestätigte damit einen LVZ-Bericht vom vergangenen Mittwoch. Danach erhöht sich der Preis unter anderem für einen Einzelfahrschein von aktuell 2,60 auf 2,70 Euro und der übertragbaren Monatskarte von 75,80 auf 78,90 Euro. Der Fahrpreis für eine Kurzstrecke (gültig für maximal vier Haltestellen) bleibt unverändert bei 1,90 Euro.

Sozialticket-Inhaber, die ihre Leipzig-Pass-Mobilcard im Zwölf-Monats-Abo beziehen, zahlen künftig 32,80 Euro. Das sind 1,20 Euro mehr als bisher. Damit schmilzt auch der Preisvorteil zum regulären Sozialticket. Die normale Leipzig-Pass-Mobilcard, die ohne Abo-Verpflichtet Monat für Monat neu erworben werden kann, kostet unverändert 35 Euro.

Der MDV-Aufsichtsrat hatte bereits am Freitag die neuen Tarife beschlossen. Die Zustimmung der Genehmigungsbehörden gilt als Formsache.

MDV begründet Tariferhöhung mit Sicherung der Qualität im ÖPNV

Der MDV verteidigte gestern die neuerliche Preisanhebung. Nur so sei eine „gleichbleibend hohe Qualität“ des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) zu gewährleisten. Um auch zukünftig ein leistungsfähiges Mobilitätsangebot zur Verfügung stellen zu können, bedürfe es aber nicht nur des Ausgleichs allgemeiner Kostensteigerungen, sondern vor allem auch der Finanzierung laufender Investitionen in moderne Fahrzeuge und Infrastrukturen. Die Gewinnung von Fahrpersonal sei zudem deutlich schwieriger geworden. Soll heißen: Die Verkehrsunternehmen müssen bessere Löhne zahlen, um Personal nicht zu verlieren und Nachwuchs zu gewinnen.

Mit dieser Tarifrunde nimmt der MDV Gelegenheitsfahrer in den Blick. Für sie interessant: Der monatliche Grundpreis der Abo-Flex-Karte steigt zwar um zwei Euro auf 6,90 Euro. In Kombination mit ihr verbilligt sich aber der Einzelfahrschein auf 1,30 Euro und das Kurzstreckenticket auf 90 Cent. Der Preis für das nicht übertragbare, bislang billigste Monatsticket „Abo Light“ reduziert sich um 80 Cent auf 53,90 Euro. Mehr Flexibilität soll nun noch die Einführung des Tarifs „Abo Light 10 Uhr“ bieten, das bereits für monatlich 46,90 Euro zu haben ist und sich je nachdem, ob man Kinder oder Erwachsene mitnehmen oder das Ticket auf jemanden übertragen will, gegen Aufpreis den eigenen Bedürfnissen anpassen lässt. „Damit werden Einstiegshürden für Gelegenheitsfahrer gesenkt und Möglichkeiten zur individuellen Leistungsgestaltung geboten“, so der MDV. Allerdings müssen die Fahrgäste auch einige Kröten schlucken. So entfällt der Monatstarif „Abo Senior 10 Uhr“. Und wie schon vor Jahren bei Erwachsenen fällt nun auch bei Kindern die – ohnehin nur minimale – Ersparnis beim Kauf eines Vier-Fahrten-Fahrscheins weg.

CDU-Politiker Maciejewski fordert
Strukturveränderungen im Nahverkehr

Kritik an den Tarifen äußerte gestern Ansbert Maciejewski. Der CDU-Stadtrat ist Mitglied des MDV-Aufsichtsrats und hat nach eigenen Worten gegen die Erhöhungen gestimmt. „Als die Tarife im vergangenen Jahr erhöht wurden, erklärte der MDV, mit den zusätzlichen Einnahmen das Verkehrsangebot weiter entwickeln zu wollen“, so Maciejewski. „Besondere positive Auffälligkeiten in diesem Bereich kann ich leider nicht berichten. Anders bei den Einnahmen des MDV: Diese haben sich auch 2017 hervorragend entwickelt und stiegen um mehr als vier Prozent. Nicht nur die Einnahmen, auch die Zahl der Fahrgäste und der Abo-Kunden stieg.“ Er könne gut verstehen, dass „die Landrätin des Landkreises Mansfeld-Südharz keine Lust auf den MDV hat“. Der CDU-Politiker forderte Strukturveränderungen im ÖPNV. Maciejewski: „Warum es im kleinen Freistaat Sachsen mehrere Verkehrsverbünde geben muss, versteht kein Mensch. Die Politik muss endlich handeln. Verkehrspolitische Kleinstaaterei, die am Ende der Kunde bezahlen muss, ist weder akzeptabel noch zukunftsfähig.“

Nach den Worten von Linke-Stadträtin Franziska Riekewald stimmten auch die Vertreter ihrer Partei im MDV-Aufsichtsrat gegen die Tarifsteigerung. „Mobilität ist Teilhabe, ist Integration und Mitwirkung. Mobilität ist Daseinsvorsorge“, sagte sie. Besonders ärgerlich nannte sie „die mal wieder überdurchschnittliche Erhöhung bei den Schülerfahrkarten“.

 


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