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LVZ, Christine Jacob, Foto: T. Steingen

Im Delitzscher Stadtrat sind die Beziehungen kompliziert

In einem politischen Gremium ist es manchmal mindestens so kompliziert wie im echten Leben. Nicht jeder kann gut mit jedem. Das ist im Delitzscher Rathaussaal manchmal ein echtes Schauspiel. Eine Analyse von Chrisitine Jacob/LVZ

Delitzsch. Gerade eben konnte man noch gut miteinander, dann bricht wieder alles auseinander. Heute hat man sich noch lieb, morgen kann man sich nicht ausstehen. Das ist nicht nur im echten Leben möglich, sondern auch in der Politik. Der Delitzscher Stadtrat kann ein Lied davon singen.

Komplizierte Zweckehe

„Es ist kompliziert“ mit Aussicht auf „verlobt“ müssten wohl CDU und SPD aktuell bei Facebook als Beziehungsstatus eintragen. Sie hatten mal eine gut funktionierende Zweckehe und es mutete wie die pure politische Harmonie an, als sie 2011 ihre gemeinsame sachbezogene Politik bewusst auch medial verkündeten. Den Neubau eines Mittelschulzentrums und die Neugestaltung des Stadtparks wollten die beiden Stadtratsfraktionen gemeinsam vorantreiben – aus beiden wurde nichts beziehungsweise noch nichts, dafür wird aktuell die Nord-Oberschule saniert und an die Artur-Becker-Oberschule zumindest gedacht. Fünf Jahre später war alles vorbei, warf man sich gegenseitig sogar "Realtitätsverlust" vor  und ging in diversen Stadtratssitzungen hart verbal gegeneinander vor, so wie geschiedene Leute. Inzwischen nähert man sich wieder an, gerade wenn es um die Sache geht. So wie damals zu Zeiten der „Zweckehe“. Diesmal zieht man zugunsten der Badfrage an einem sachlichen Strang, ohne Polemik.

Gute Beziehung mit sich selbst

„In einer Beziehung“ und zwar einer guten mit sich selbst scheint die Fraktion der Linken. Man bleibt sich treu, vor allem hinsichtlich der immer gleichen aber deshalb nicht schlechten sozialen Ziele. Das Agieren ist nicht besonders laut, deshalb aber nicht schlecht. Wenn es angezeigt ist, flirtet die kleine Linke mit den Großen von CDU und SPD, verzichtet auf das Wiederkäuen von Argumenten, die die anderen schon gebracht haben, nur um auch mal den Mund aufzumachen.

Single im Stadtrat

Definitiv Single ist die Freie Wählergemeinschaft (FWG). Wie das eben so ist in Beziehungen kann der Zoff ums Bad alles entzweien. Mit dem Begehren eines Bürgerentscheids zur Zukunft des Elberitzbades ist die FWG gescheitert.  Jetzt macht die Fraktion stur ihr Ding, während alle anderen in eine andere Richtung rennen.   


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