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Torgauer Zeitung

Impfzentrum nimmt Fahrt auf

Belgern. Dem DRK steht in Belgern nun noch mehr Hilfe durch die Bundeswehr zur Verfügung.

Gestützt auf seine beiden Gehhilfen marschiert Walter Alvermann am Mittwochnachmittag voller Zuversicht in Richtung Haupteingang des Belgeraner Impfzentrums. Auf diesen Termin hat der Senior aus Elsnig lange warten müssen. „Meine Kinder haben das alles für mich geregelt“, ist Alvermann froh, mit dem Vergabestress nichts zu tun gehabt zu haben.  Ursula Alvermann ist auch froh. Froh, dass ihr Schwiegervater nun endlich  den schützenden Pieks erhält.

All jene, die nicht wie Walter Alvermann auf eine Begleitperson bauen können, brauchen dennoch keine Angst zu haben. Mitarbeiter des Deutschen Rote Kreuzes und der Bundeswehr werden  von der Sicherheitsmannschaft am Eingang zum Parkplatz informiert, wenn Hilfe benötigt wird. „Wir spüren, dass gerade ältere Personen oftmals sehr aufgeregt sind, wenn sie zu uns ins Impfzentrum kommen. Da ist jede Hilfe willkommen. Auch wenn es vielleicht ein paar Minuten länger dauert als geplant“, sagt Michael Bagusat-Sehrt, einer von drei Einrichtungsleitern.

Herausforderungen

Doch was heißt in einem Impfzentrum dieser Tage schon Planung? Tagtäglich sieht sich die Mannschaft mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Bestellte Patienten erscheinen mitunter zu spät oder gar nicht, mitunter kommt es zu Ausfällen beim medizinischen Personal oder auch beim DRK selbst, das für den reibungslosen Ablauf des Betriebs in der Stadthalle wichtig ist. Und über allem schweben die Vorgaben der Impfhersteller, wie mit ihren Produkten zu verfahren ist. Es bedarf schon einiges an Organisationsvermögen, um bei all diesen Unwägbarkeiten das Ziel, nicht eine Impfdosis wegwerfen zu müssen, nicht aus den Augen zu verlieren. Bisher, so Bagusat-Sehrt, habe man alles unter einen Hut bringen können. 

Dabei bekommt es das Impfzentrum nach all den Schwierigkeiten mit der zentralen Terminvergabe verstärkt mit direkten Anfragen nach Terminen zu tun. „Die Leute rufen an oder stehen  bei uns direkt vor der Tür“, sagte Anne Lissner, Vorstandsvorsitzend des DRK Kreisverbands Torgau-Oschatz. Doch Termine könnten allein online oder die Hotline vergeben werden. Allerdings – um im Falle einer angerissenen Impfpackung – am Ende eines Impftages den Rest nicht wegzuwerfen, wachse eine Liste mit Namen, auf die kurzfristig zurückgegriffen werden kann. „Natürlich unter Einhaltung der Priorisierung“, sagt Lissner. Übrigens: Auch die Stadtverwaltung Belgern-Schildau werde verstärkt um Möglichkeiten nach der Vergabe von Impfterminen gefragt. Doch auch hier müsse auf die zentrale Terminvergabe verwiesen werden, sagte in dieser Woche Vize-Bürgermeister Ingolf Gläser (CDU) im Gespräch mit der Torgauer Zeitung.

Farbleitsystem

Aktuell werden in Belgern die drei Impfstoffe von BioNTech, AstraZeneca und Moderna verimpft. Ein spezielles Farbleitsystem hilft dabei, dem Impfteam den Überblick zu behalten. Doppelkontrollen sollen sicherstellen, dass jedem Patienten eindeutig das Mittel verabreicht wird, das auch in Kürze für den notwendigen zweiten Impftermin bereitsteht. 

Auf der Empore der Stadthalle sorgt derweil ein in den straffen Schichtdienst integrierter Bundeswehrtrupp aus Thüringen unter Leitung von Oberstabsfeldwebel Thomas Hollstein und Feldwebel Tom Messer für eine saubere Dokumentation aller Patientendaten. Bis zu drei Minuten werden hierbei pro Patient benötigt. Dokumente werden digitalisiert und zugeordnet. Am Ende wandern die zusammengetackerten Blätter zusätzlich in eine für die Kassenärztliche Vereinigung bereitstehende Transportkiste. Neben den Daten all der Patienten, die ins Impfzentrum kommen, müssen tagaktuell auch jene Daten dokumentiert werden, die von den mittlerweile zwei mobilen Impfteams kommen. Diese werden aller Voraussicht nach am 26. Februar sämtliche Senioren- und Pflegeeinrichtungen im Landkreis mit dem ersten Impfdurchgang abgearbeitet haben. Problem: Parallel zu den Vorbereitungen für den zweiten Impftermin in den Einrichtungen dürfen aber  jene Patienten nicht aus dem Auge verloren werden, die bislang noch keine Impfung erhalten konnten – sei es, dass sie  neu in der Einrichtung sind oder beispielsweise eine Quarantäneregelung eine Impfung bislang unmöglich machte. 

Rekordmittwoch

Am Mittwoch hatte das DRK mit 248 Impfungen direkt im Impzentrum Belgern sowie zusätzlichen 118 Impfungen über das mobile Impfteam einen neuen Impfrekord gemeldet. Einen Tag zuvor zählten die beide mobilen Impfteams 257 Erstimpfungen. Je nach Größe der zu besuchenden Einrichtungen variiert die Anzahl zum Teil beträchtlich“, erläutert Michael Bagusat-Sehrt.

„Die Arbeitsabläufe im Belgeraner Pflegezentrum sind in meinen Augen sehr strukturiert“, attestiert Oberstabsfeldwebel Hollstein, Kompaniefeldwebel der 1. Kompanie im Aufklärungsbataillon 13 aus Gotha, dem DRK gute Arbeit. Doch bei derlei Größenordnungen gebe es naturgemäß immer wieder Störungen von außen, auf die flexibel reagiert werden müsse. Erst zu Beginn der Woche hatte die Bundeswehr deswegen ihre nach Belgern abgestellten Kräfte von 7 auf nunmehr 13 erhöht. Die Soldaten, die in der Torgauer Jugendherberge untergebracht sind und diesbezüglich von einem Vorzeigeobjekt sprechen, helfen dem DRK, die Logistik im Impfzentrum am Laufen zu halten. Vier Telefone, eine Glasfaserinternetanbindung, dazu zahlreiche Handys – auf der Empore der Stadthalle herrscht wahrhaftig Betriebsamkeit. Schon wieder hatte es nur wenige Augenblicke zuvor eine private Anfrage nach einem Termin in die Leitungen geschafft. „Diese Anfragen sind zwar nicht die Regel, kommen aber immer wieder vor“, sagte Bagusat-Sehrt. Auch wenn die Mitarbeiter derlei Anrufe freundlich versuchten so kurz wie möglich zu halten, gehe so mitunter wertvolle Zeit verloren, die es in der Kommunikation zwischen Impfzentrum, den mobilen Impfteams, den Krankenhäusern der Region sowie den Pflegeeinrichtungen bedarf.

Größerer Wartebereich

Zum flexiblen Reagieren zählt auch, dass in den zurückliegenden Frosttagen der Wartebereich in der Stadthalle deutlich vergrößert wurde. Um niemanden, der ein paar Minuten eher kommt, vor der Tür warten zu lassen, wurden auf dem der Soldaten abgewandten Emporen-Seite der Stadthalle weitere 20 Sitzplätze geschaffen. Gleichzeitig stehen jetzt vier Rollstühle für Impflinge, deren Mobilität eingeschränkt ist, zur Verfügung. 

Wegen des Corona-Alarms im Impfzentrum im Monat Januar seien nach DRK-Angabe auch die Hygieneregeln innerhalb der Einrichtung verschärft worden. So hätten mittlerweile die Mitarbeiter alle beiden Schichten keinerlei Kontakt mehr zueinander. Der Corona-Fall bei einem der Mitarbeiter aus dem medizinischen Bereich hatte auf Grund von Quarantäneregelungen zu einem Personalaustausch geführt.

AKTUELLE STATISTIK (STAND DONNERSTAG):

- Erst- und Zweitimpfungen (gesamt): 9110

- davon 6010 Erstimpfungen (3822 über die mobilen Teams)


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