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LVZ, Delitzsch-Eilenburg

Kabinett tagt – Sachsens Minister schwärmen in Delitzsch aus

Delitzsch. Lebendige Dörfer, die Entwicklung einer modernen, umweltgerechten Landwirtschaft, Breitbandausbau, Maßnahmen zur Inneren Sicherheit, Bildung, medizinische Versorgung, Kulturförderung, Hochwasserschutz, Unterstützung von Existenzgründern sowie regionale Verantwortung bei Förderentscheidungen sind die Eckpunkte eines Papiers, das das sächsische Staatskabinett am Dienstag im Delitzscher Barockschloss beschlossen hat. Daraus soll bis Sommer eine Strategie entwickelt werden, die die 2012 vorgelegten Leitlinien für den ländlichen Raum fortschreibt.

Neben dem zentralen Thema ländlicher Raum ging es bei der Sitzung auch um Genossenschaften. „Sie spielen für die Zukunft eine wichtige Rolle“, sagte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU). Er bezeichnete sie zudem als ein Instrument der Entwicklungshilfe, „denn es ist besser Menschen zu motivieren und zu befähigen, das Leben selbst in die Hand zu nehmen“, so der Ministerpräsident. Deshalb zeigte er sich auch von der von Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos) erwähnten Schülergenossenschaft am Ehrenberg-Gymnasium sehr angetan.

Wilde hatte vor dem Kabinett die Situation in der Stadt erläutert und auch einen Überblick gegeben, welche Genossenschaften in Delitzsch tätig sind. Die Säulen des Genossenschaftswesen – Selbsthilfe, Selbstverantwortung und Selbstverwaltung – rückte der leitende Kurator Philipp Bludovsky im Deutschen Genossenschaftsmuseum in der Kreuzgasse in den Fokus, das Kretschmer zusammen mit Innenminister Roland Wöller (CDU) nach der Sitzung besuchten. Zum Stichwort kommunale Selbstverwaltung hatte Kretschmer eine erfreuliche Nachricht zu verkünden. So soll jeder Landkreis 100 000 Euro erhalten, die er eigenverantwortlich zur Förderung von ehrenamtlichen Projekten einsetzen kann.

Die erste in Delitzsch gegründete Bürger-Energiegenossenschaft, ist auf einem sehr guten Weg, informierte Robert Greb, Geschäftsführer der Stadtwerke Delitzsch (SWD) den sächsischen Staatsminister der Finanzen Matthias Haß. Der wiederum folgte den Ausführungen sehr interessiert und nannte die Genossenschaft eine „tolle Sache“, die auch eine „Vorbildwirkung in Sachsen“ haben dürfte. Delitzsch sei zudem Vorreiter für Genossenschaften im Bereich Energie und Umwelt. Der Minister erfuhr zudem, dass in einer ersten Ausbaustufe etwa eine halbe Million Euro in die Photovoltaikanlagen auf zunächst vier öffentlichen Gebäuden investiert werden. „Das Interesse von Privatleuten ist überraschend hoch“, bemerkte Greb. Etwa 70 Delitzscher hätten sich bereits für eine Mitgliedschaft in der Genossenschaft angemeldet. Die öffentliche Mitgliederwerbung soll voraussichtlich mit einer Veranstaltung am 14. April starten. Ziel sei es, so viele Mitglieder wie möglich zu gewinnen. Bis dahin, davon geht Robert Greb aus, werde auch die Satzung der Genossenschaft stehen. Greb und Jörg Kiesewetter, CDU-Landtagsabgeordneter, sind zwei der drei gewählten Vorstände der Bürger-Energiegenossenschaft.

Die Stadtwerke Delitzsch unterstützen die Gründung der Genossenschaft, geben Starthilfe bei der Planung, auch beim Bau der Anlagen. „Wir übernehmen auch die energiewirtschaftliche Betreuung der Anlagen“, teilte Robert Greb mit. Aus seiner Sicht sei die Energiegenossenschaft ein nachhaltiges Zukunftsprojekt. Das die Stadtwerke ein wirtschaftlich solide aufgestelltes Unternehmen sind, macht der Geschäftsführer dem Minister in einem kurzweiligen Vortrag deutlich. Bürgermeister Thorsten Schöne bemerkte das wohlwollend, schließlich hält die Stadt 51,2 Prozent der Anteile an der Gesellschaft.


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