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LVZ Delitzsch-Eilenburg, M. Schönknecht

Landratsamt Nordsachsen stellt über 700 Verstöße am Werbeliner See fest. Trotz Verbots betreten immer wieder Besucher das Ufer oder baden im See

Delitzsch. Sie können es nicht lassen: Für viele Erholungsuchende aus der Region scheinen die Vorteile des Werbeliner Sees im Delitzscher Südwesten zu reizvoll, um sich an das seit 2016 bestehende Betretungsverbot des Ufers zu halten. Das zeigen zumindest die neuesten Zahlen, die das Landratsamt Nordsachsen (LRA) auf LVZ-Anfrage mitteilte. Mitarbeiter des Umweltamtes hatten im Juli infolge zunehmender Beschwerden von Besuchern, die Ruhe suchten oder Vögel beobachten wollten, reagiert und führten Kontrollen durch.

709 Verstöße wurden seither festgestellt, „vornehmlich das Gehen abseits der Wege (308) und Baden (213)“, teilt das LRA mit. Zudem ließen 49 Personen ihre Hunde frei laufen und 128 lagerten am Ufer. Darüber hinaus stellten die Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde elf Pkw im Naturschutzgebiet fest. Nach Behördenangaben kamen etwa 50 Prozent der Kontrollierten aus Leipzig, 20 Prozent aus dem Landkreis Nordsachsen. Während der insgesamt sieben Großeinsätze haben zehn Behördenmitarbeiter die zeitlich unregelmäßigen Kontrollen durchgeführt. Es sei laut LRA so an allen Wochentagen – vornehmlich an besonders warmen – kontrolliert worden.

Eckhard Rexroth ist der Umweltdezernent im Landratsamt Nordsachsen

Für den Umweltdezernenten des Landratsamtes führten die Maßnahmen zum erhofften Ziel. „Die Verstöße im Naturschutzgebiet konnten durch die Kontrollen innerhalb von vier Wochen auf etwa ein Drittel des Ausgangsniveaus gesenkt werden“, sagt Eckhard Rexroth. „Wegen des direkten Kontakts und Dialogs zwischen Mitarbeitern der Unteren Naturschutzbehörde und Besuchern, zeigten sich viele Leute einsichtig. Ihnen sei nicht bewusst gewesen, dass der See unter Naturschutz steht. Zudem zeigten viele Verständnis für den Umweltschutz.“ In Zahlen ausgedrückt: 95 Prozent der Besucher konnten die Kontrollen nachvollziehen, was sich in 332 mündlichen Verwarnungen spiegelt. „Lediglich drei Personen wurden mit einem Bußgeld bestraft“, sagt Rexroth.

Um Verstößen in Zukunft vorzubeugen, plane die Naturschutzbehörde aktuell weiterhin in unregelmäßigen Abständen Kontrollen durchzuführen. „Die von der Bevölkerung gegebenen Hinweise und Anregungen, zum Beispiel hinsichtlich einer besseren Information zu den erlaubten und den untersagten Nutzungen, wurden aufgenommen und teilweise bereits umgesetzt oder auf den Weg gebracht“, so der Umweltdezernent. Die Einhaltung der im zukünftigen Naturschutzgebiet Werbeliner See erlaubten Nutzungen werde auch in Zukunft fortgesetzt. Zielsetzung sei dabei, das Gebiet mit seiner Flora und Fauna für die Besucher im Sinne von „Natur erleben“ zu erschließen, ohne dabei die Schutzziele des auch nach europäischen Rechts geschützten Gebietes zu verletzen.

Auch beim Thema Angeln gibt es klare Richtlinien: „Das Angeln am Werbeliner See ist mit Sondergenehmigungen erlaubt“, sagt Friedrich Richter, Geschäftsführer des Anglerverbands Leipzig. 400 dieser Genehmigungen gibt sein Verband jedes Jahr für den See heraus – mehr nicht. Zusätzlich seien die Ufer für die Angler in drei Bereiche unterteilt. Während die komplette Westseite tabu ist, kann am gegenüberliegenden Ufer mit einer der begrenzten Angelkarten ab August bis Ende Februar gefischt werden. Diese sind in der Verbands-Geschäftsstelle zu haben. An der Nordseite geht es für Verbandsmitglieder sogar ohne Einschränkung. Das Bootfahren ist jedoch auch für Angler auf dem gesamten See verboten.


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