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LVZ Delitzsch-Eilenburg

Lebensqualität: Rang 297 für Landkreis FDP fordert runden Tisch, Linke relativiert Studie

Nordsachsen. Nach dem schlechten Abschneiden des Landkreises in der aktuellen Prognos-Studie zur Lebensqualität fordert die nordsächsische FDP Konsequenzen. „Wir laufen Gefahr, dass Nordsachsen immer mehr an Attraktivität und Stabilität verliert“, erklärte FDP-Kreischef Stefan Schieritz. „Ein runder Tisch zur Kreisentwicklung mit betroffenen Kommunen, Landratsämtern und dem Freistaat Sachsen ist dringend erforderlich.“ Landrat Kai Emanuel könne „diesen Zustand nicht weiter ignorieren“, denn in der Prognos-Studie sei der Landkreis Nordsachsen „wiedermal Letzter in Sachsen“ geworden.

In der Studie hatte das Wirtschaftsforschungsunternehmen Prognos im Auftrag des ZDF die Lebensqualität in den 401 Kreisen und kreisfreien Städten in Deutschland verglichen. Herangezogen wurden insgesamt 53 Indikatoren, die dann insgesamt drei Bewertungskategorien – „Arbeit & Wohnen“, „Gesundheit & Sicherheit“, „Freizeit & Natur“ – bildeten. Die 53 Lebensqualität-Indikatoren reichen dabei von der Arbeitslosenquote über Mietpreis-Einkommen-Relation, Kaufkraft, Altersarmut, Wohnungseinbrüche, Feinstaub-Werte, Kita-Betreuung, Restaurantdichte, Waldflächen-Anteil bis hin zu Sonnenstunden pro Jahr. Nordsachsen kam deutschlandweit auf Rang 297.

Die hohe Schulabbrecherquote und Arbeitslosenquote wie auch Kinder in Armut seien deutliche Hinweise für eine Fehlentwicklung, erklärte nun die Nordsachsen-FDP. „Kommunale Schulden, Sicherheitsprobleme und eine schlechte Infrastruktur tragen zu einer breiten Unzufriedenheit und Frustration unter den Bürgerinnen und Bürgern bei. Damit Nordsachsen aus diesem Tränental herausfindet, brauchen wir die Unterstützung des Landes Sachsen und massive Investitionen in die Infrastruktur.“

Auf die Prognos-Studie reagierte auch Nordsachsens Linke. „Das im Rahmen der Erwartungen liegende mittelgute Ergebnis ist kein Grund zu künstlicher Aufregung“, erklärte Michael Friedrich, Vorsitzender der Linksfraktion im Kreistag. Solche Wohlfühl-Studien mit Kreis-Ranking seien „für sich genommen kein geeigneter Maßstab, um eine erfolgreiche oder weniger erfolgreiche Kreispolitik auszumachen“. Zugleich betonte Friedrich jedoch auch, dass „sich unser Landkreis jetzt erstmals im Bereich der 300er Region bewegt, während wir viele Jahre lang zwischen dem 340. und dem 380. Platz vorlieb nehmen mussten. Insofern ein kleiner Fortschritt, aber noch lange kein Grund zum Schulterklopfen!“ Und weiter: „Auch wenn der Landrat gemeinsam mit den 80 gewählten Kreisräten eine gehörige Portion Verantwortung für die Zukunftsgestaltung trägt, sollte doch nicht vergessen werden, wie groß oder besser gesagt wie gering die realen Handlungsspielräume des Landkreises und seiner 30 Kommunen tatsächlich sind.“

Zum Gesamtabschneiden Nordsachsens trug übrigens vor allem die Kategorie „Arbeit & Wohnen“ (Platz 341) bei. Günstiger sah es in den Kategorien „Gesundheit & Sicherheit“ (Rang 234) und „Freizeit & Natur“ (Rang 176) aus.


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