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LVZ, Delitzsch-Eilenburg

Linke kritisieren große Unterschiede bei Bildungsempfehlungen fürs Gymnasium

Nordsachsen liegt unter Sachsen-Durchschnitt – doch auch innerhalb des Kreises gibt es ein Gefälle.

Nordsachsen. Das Schuljahr nähert sich dem Ende – und damit für viele Viertklässler auch die Grundschule. Im kommenden Jahr werden die Schüler ein Gymnasium oder eine Oberschule besuchen. Im Landkreis Nordsachsen liegt jedoch die Zahl der Viertklässler, die eine Bildungsempfehlung fürs Gymnasium bekamen, unter dem sächsischen Durchschnitt. Das geht aus einer Antwort der Landkreisverwaltung auf eine Anfrage des Linken-Fraktionschefs im Kreistag, Michael Friedrich, hervor.

So erhielten im Freistaat 48,5 Prozent der betreffenden Schülerinnen und Schüler für das Schuljahr 2019/20 die Empfehlung fürs Gymnasium. In Nordsachsen waren es 46,9 Prozent beziehungsweise 708 von insgesamt 1511 Schülern.

Im Vergleich zu Leipzig sei der Abstand noch größer. Dort erhielten 51,5 Prozent der Viertklässler eine Bildungsempfehlung fürs Gymnasium. „Es kann ja wohl nicht sein, dass in Nordsachsen die Lehrerinnen und Lehrer so viel schlechter arbeiten als in Leipzig. Oder dass bei uns der durchschnittliche IQ so deutlich geringer ist“, monierte Michael Friedrich.

Was den Linken aber vor allem auffiel, sei die „krasse Differenzierung“ in den einzelnen Orten. „Während an der Grundschule Rackwitz mit 83,3 Prozent an Bildungsempfehlungen fürs Gymnasium der Spitzenwert des Landkreises erreicht wird, gefolgt von Löbnitz mit 72,2 Prozent und Delitzsch-Ost mit 65,4 Prozent, schmieren beispielsweise Delitzsch-Rosenweg mit 26,9 Prozent, Torgau-Nordwest mit 29,8 Prozent und Eilenburg-Belian mit 35,4 Prozent regelrecht ab“, so Friedrich. Die Zahlen der tatsächlichen Übergänge ans Gymnasium beziehungsweise an die Oberschule, die erwartungsgemäß von den Empfehlungen etwas abweichen, würden dabei diesen Eindruck noch bestätigen.

„Diese enorme sozial-räumliche Ungleichheit bei Bildungschancen hat ganz offensichtlich auch soziale Ursachen“, erklärte Linken-Fraktionschef Friedrich weiter. „Die Chance, das Abitur abzulegen, ist für Schülerinnen und Schüler aus den relativ armen Stadtteilen der Mittelzentren und erst recht auf dem flachen Land ohne attraktive Verkehrsanbindung an gymnasiale Schulstandorte deutlich geringer als in den ,besseren’ Wohngebieten der Städte und an den S-Bahn-Trassen.“ Wohl auch deshalb werde in diesen abgehängten Gebieten überproportional häufig die Oberschule gewählt, selbst bei vorliegender Bildungsempfehlung fürs Gymnasium.

Eine Lösung des Problems sieht Friedrich in den Gemeinschaftsschulen. „Entsprechend dem erfolgreichen Volksantrag zur Gemeinschaftsschule sollten wir den Menschen vor Ort die Freiheit geben, aus ihren Schulen Gemeinschaftsschulen zu machen, so die Schulkonferenz dies beschließt. Dann könnten alle Kinder und Jugendlichen vor Ort so lange zusammenbleiben und zusammen lernen, wie sie es wünschen.“ Den immer lauter werdenden Klagen der mittelständischen Wirtschaft, dass ihr die Fachkräfte abhandenkommen, weil der Nachwuchs fehlt, würde Rechnung getragen. Die „soziale Spaltung nach Klasse 4“ müsse aufhören.


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