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LVZ Delitzsch-Eilenburg

Mangelhaft: Ausbaupläne des Flughafens fallen durch

Stadtrat Delitzsch und Gemeinderat Rackwitz lehnen die Pläne in der jetzigen Form ab und fordern Nachbesserungen

Delitzsch/Rackwitz. Die Ausbaupläne sind durchgefallen, der Flughafen Leipzig-Halle muss nacharbeiten, einigen Stoff aufholen. Die Mitglieder des Delitzscher Stadtrats und des Rackwitzer Gemeinderats haben sich in ihren jeweiligen Sitzungen am Donnerstagabend dazu entschieden, dass der beantragten 15. Planänderung in dieser Form nicht zugestimmt werden kann. Die Kommunen bemängeln unter anderem, dass Unterlagen fehlen, Auswirkungen nicht ausreichend dargestellt sind oder ganze Gutachten unberücksichtigt bleiben und knüpfen gleichzeitig einige Voraussetzungen für einen weiteren Ausbau des Frachtflughafens. Zuvor hatten bereits Leipzig und Schkeuditz den Plänen eine Absage erteilt.

Wie Delitzschs Bürgermeister Thorsten Schöne (parteilos) erklärte, habe sich die Situation am Flughafen seit dem Jahr 2019 verändert. Es gebe mehr Frachtflüge. Diese Tatsache werde nicht berücksichtigt, da in den Planunterlagen vom Ist-Zustand aus 2018 ausgegangen wird. Zudem nehme die Bevölkerung nach Umstellung der An- und Abflugverfahren in 2020 ein erhöhtes Flugaufkommen über der Stadt und damit auch eine erhöhte Lärmbelastung wahr. „Uns geht es dabei um den Schutz der Bevölkerung und die Einigkeit der kommunalen Familie“, ordnete der Delitzscher Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos) die Stellungnahme ein. Bisher sei Delitzsch planrechtlich nicht betroffen gewesen, erklärte Wilde. Nun scheine aber die Gefahr zu bestehen, dass die Auswirkungen des Ausbaus auch in der Stadt spürbar werden. Gebe Delitzsch jetzt keine negative Stellungnahme ab und stelle keine Forderungen, könnte es passieren, dass es auch später nicht mehr möglich ist. In Rackwitz sorgten weitere Gründe für Ablehnung: „Es ist äußerst bedenklich, dass in den Antragsunterlagen keine passive Schallschutzmaßnahmen hinterlegt sind“, sagte Schwalbe. Das müsse „dringendst“ nachgebessert werden, fordert der parteilose Bürgermeister. Ergänzt werden sollen nach Ansicht der Gemeinde neueste wissenschaftliche Erkenntnisse in Form eines lärmmedizinischen Gutachtens.

„Man muss deutlich sagen, dass die Region nicht alles ertragen kann“, sagte Schwalbe. Doch die Medaille habe immer zwei Seiten. Die Stadt Leipzig sei mit der Kraft des Flughafens die Lokomotive, die die Region mitzieht. Im Ausgleich müsse aber sichergestellt werden, dass „Menschen in Ruhe schlafen können“. Die Pläne: Der Flughafen will seinen Frachtbereich ausbauen. Die Rede ist von Investitionen in Höhe von 300 Millionen Euro. Wie Schwalbe zusammenfasste, soll die Fläche des Vorfeldes 4, das von DHL als Abstellfläche für Frachtmaschinen genutzt wird, von derzeit 58 auf 97 Hektar vergrößert werden. Das Vorhaben umfasst auch neue Rollbahnen, eine Enteisungsfläche, Park- und Bürohäuser, Frachthallen und ein neues Hochregallager auf einer Fläche von 81 000 Quadratmetern, erklärte Schwalbe. Laut Flughafen soll das alles dabei helfen, um den wachsenden Frachtflugverkehr zu bewältigen. Prognosen für das Jahr 2032 gehen von 28 418 nächtlichen Flugbewegungen aus. 2018 waren es noch 20 112 zwischen 22 und 6 Uhr.

Das Verfahren sieht vor, dass sich auch Bürger bis zum 15. Februar äußern können. In einer unserer nächsten Ausgaben lesen Sie, was Delitzsch und Rackwitz im Einzelnen fordern. Kommentar

Hilfe bei den Einwendungen: www.buendnislej.website; E-Mail: info@fluglaermleipzig.de


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