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Simone Prenzel (Oschatzer Allgemeine Zeitung)

Nordsachsen verzichtet auf 300 000 Euro: Kompromiss im Orchesterstreit

Kulturemissäre der beteiligten Landkreise einigen sich auf Beschlussvorschlag für Kreistag

Nordsachsen/Borna. Findet der Orchesterstreit zwischen den beiden Landkreisen Nordsachsen und Leipzig ein versöhnliches Ende? Bei den Bemühungen um mehr Geldzuweisungen für die beiden im Landkreis Leipzig beheimateten, aber von Nordsachsen mitfinanzierten professionellen Orchester zeichnet sich ein Kompromiss ab. Bereits im Vorjahr war um die Zukunft der Sächsischen Bläserphilharmonie und des Leipziger Symphonieorchesters (LSO) intensiv diskutiert worden. Beide werden hauptsächlich über den Kulturraum Leipziger Raum mit Millionensummen finanziert. Der Kulturraum umfasst Nordsachsen und den Kreis Leipzig.

Der Leipziger Kreistag hatte sich schon im Mai für den Erhalt der beiden Klangkörper ausgesprochen und eine höhere Summe zugesichert, vor allem um für eine bessere Bezahlung der Musiker zu sorgen. Die flankierende Beschlussfassung in Nordsachsen war allerdings ausgeblieben. Emissäre beider Landkreise haben in jüngster Zeit intensiv verhandelt. Herausgekommen ist ein Beschlussvorschlag, der demnächst auf dem Tisch der beiden Kreistage liegt. Die Bornaer Kreisräte tagen am 8. März in Bad Lausick, die Nordsachsen kommen am 29. März auf Schloss Hartenfels zusammen.

„In den Ausschüssen unseres Landkreises hat die Meinungsbildung bereits stattgefunden“, erläuterte der Leipziger Landrat Henry Graichen (CDU). „Der Auftrag, den wir als Verwaltung mit auf den Weg bekommen haben, ist dabei klar und deutlich formuliert worden.“ Die Entscheidungsträger in Nordsachsen und im Kreis Leipzig hätten sich auf eine Linie geeinigt, betonte Graichen. Demnach gehe es in der Beschlussvorlage ausdrücklich nicht um die Zukunft der Orchester. Vielmehr sollen durch zusätzliche finanzielle Mittel „regional bedeutsame Kultureinrichtungen und -maßnahmen mit einer herausgehobenen Ausstrahlung und Bedeutung“ gestärkt werden, heißt es im Text. Dass überhaupt Mittel im Kulturraum frei werden, ermöglicht ein neuer Ansatz bei der Finanzierung der Musikschulen. Sowohl die Musikschulen des Landkreises Leipzig als auch die Kommunale Musikschule Nordsachsen werden bisher aus Mitteln des Kulturraumes finanziert. Der Beschlussvorschlag sieht nunmehr vor, diese Einrichtungen aus den Kreishaushalten zu unterhalten. Der Landkreis Leipzig müsste dann jährlich 457 000 Euro zusätzlich für die Musikschulen aus seinem Etat stemmen, auf Nordsachsen kämen zusätzliche Ausgaben von rund 300 000 Euro zu. Gleichzeitig soll die Höhe der Kulturumlage, die die Landkreise an den Kulturraum zahlen, in der bisherigen Höhe erhalten bleiben. Rund 1,9 Millionen steuert der Landkreis Leipzig bei, rund 1,5 Millionen Euro kommen aus Nordsachsen. Der Kulturraum finanziert sich zudem über Förder-Millionen vom Freistaat Sachsen.

Geknüpft werden soll die Einigung an weitere Prämissen. So wird gefordert, dass der Kulturraum Leipziger Raum seine Qualitätskriterien für Zuwendungen bis November überarbeitet. Das Entscheidungsgremium des Zweckverbandes, der Kulturkonvent, soll letztlich darüber beschließen. Zuvor möchten die zuständigen Ausschüsse der beiden Kreise gehört werden. Die Qualitätskriterien sollen dabei für alle Sparten – nicht nur die der Orchester – überarbeitet werden.

Sollte es zur Beschlussfassung in den beiden Kreistagen kommen, könnte die Neuregelung bereits zum 1. Juli in Kraft treten. Graichen betonte, dass die Lösung nicht nur Bedeutung für die beiden Kulturraumorchester hätte. Auch andere Kultureinrichtungen – speziell in Nordsachsen – würden von dem gefundenen Kompromiss profitieren. Insgesamt gehe es darum, die Vielfalt der Kulturlandschaft in den beiden Landkreisen zu erhalten. In Nordsachsen findet die Meinungsbildung in den Ausschüssen aktuell statt. Dort wird großer Wert darauf gelegt, dass es zu einer gerechteren Bezahlung auch anderer Kultur-Akteure kommt. Denn nicht nur die Tonkünstler, so ein Einwand aus Nordsachsen, würden unter Tarif bezahlt.


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