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LVZ, Delitzsch-Eilenburg

Nordsachsens Landratsamt plant neue Teststrategie

In dieser Woche erhält der Landkreis 20.000 Schnelltests

Nordsachsen. Sachsen will in Landkreisen mit hoher Inzidenz noch mehr testen. Der Freistaat unterstützt noch in dieser Woche die Landkreise Nordsachsen und Vogtland mit jeweils 20.000 und 40.000 zusätzlichen Corona-Schnelltests. Sozialministerin Petra Köpping (SPD) sagte dazu am Dienstag: "Wir müssen testen, testen, testen." Eine eigene Teststrategie legten Köpping und ihr Ministerium jedoch nicht vor. 

"Wir führen zum Thema Tests bereits Gespräche auch mit der kommunalen Ebene. Vorgaben unsererseits gibt es aktuell nicht. "Den Landkreisen steht es bereits jetzt frei, Testzentren aufzubauen", so das Sozialministerium gestern auf eine LVZ-Anfrage und delegierte die Aufgabe somit an die entsprechenden Landratsämter. Die nun versprochenen Schnelltests sollen noch in dieser Woche ausgeliefert werden. 

Wie und wo in den kommenden Tagen und Wochen jedoch getestet werden soll, steht noch nicht fest. "Das Konzept für den bestmöglichen Einsatz der Schnelltests wird gerade kurzfristig erarbeitet", so Thomas Seidler, Pressesprecher im Landratsamt Nordsachsen. Er gibt dabei zu bedenken: "Die 20.000 Tests können auch nur eine Übergangslösung sein, bis die vom Bundesgesundheitsministerium angekündigten Selbsttests für jedermann zur Verfügung stehen." Der Landkreis muss sich dabei mit mehreren Fragen auseinandersetzen: Wie lassen sich die Teststationen gut über den Landkreis verteilen? Ist genügend geschultes Personal vorhanden? Und wer soll überhaupt getestet werden? 

Einen Massentest soll es auf jeden Fall nicht geben, sagt Seidler. Bei 20.000 verfügbaren Tests könne überhaupt nicht der ganze Landkreis (ca. 200.000 Einwohner) überprüft werden. Die Ergebnisse bieten zudem nur eine Momentaufnahme. In Nordsachsen möchte man die neuen Testkapazitäten daher bedarfsgerecht einsetzen, so Seidler. In der Vergangenheit erhielt der Landkreis schon einmal Schnelltests vom Sozialministerium - diese waren jedoch zweckgebunden und wurden etwa für Pflegeheime und Pflegedienste verwendet. Medizinisches Personal oder Beschäftige in der Pflege seien bereits in ein funktionierendes Testsystem eingebunden, erklärt Seidler weiter. Diese Gruppe soll somit nicht mit den Zusatzkapazitäten getestet werden. Bedarf besteht laut dem Landratsamt hingegen bei Unternehmen, die jetzt neu zu Tests verpflichtet wurden, um Infektionsrisiken einzudämmen. Dazu gehören unter anderem Friseure. Seidler dazu: "Sobald das Konzept steht, wird sich das Landratsamt verbindlich dazu äußern."

Dass eine flächendeckende Teststrategie im Kampf gegen steigende Infektionszahlen helfen könnte, erklärte bereits am Dienstagabend Boris Palmer (Grüne). Der Grünen-Politiker warb in einer Online-Konferenz mit Ministerpräsident Michael Kretschmer für das Modell seiner Heimatstadt. Dort können sich die Bürger seit einigen Wochen massenhaft und unkompliziert testen lassen. Das Resultat: In Tübingens Uniklinik würden aktuell nur elf Covid-Fälle (drei davon auf der Intensivstation) behandelt. 


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