Diese Website verwendet Cookies. Warum wir Cookies einsetzen und wie Sie diese deaktivieren können, erfahren Sie unter Datenschutz.
Zum Hauptinhalt springen

LVZ, Delitzsch-Eilenburg

OBM wehrt sich gegen mögliches Atommüllendlager

Manfred Wilde: Region um Delitzsch hat bereits mit den Folgen des Braunkohleabbaus zu kämpfen / Aufruf: Breites Bündnis gegen die Pläne

Delitzsch. Die erste Veröffentlichung im September 2020, in der von der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) mögliche Atommüllplätze ausgewiesen wurden, löste heftige Diskussionen aus. Gut ein halbes Jahr später ist die Region um Delitzsch bei der Suche aufgrund ihrer geologischen Verhältnisse weiterhin im Spiel. 

Die BGE hatte bundesweit etwa 90 Teilgebiete benannt, die für den Bau eines Endlagers infrage kommen. Eins davon liegt auf Teilen des Landkreises Nordsachsen. Das Gebiet erstreckt sich entlang der Landesgrenze zwischen Sachsen-Anhalt und Sachsen bis in das Bundesland Brandenburg. Bis 2031 soll ein atomares Endlager innerhalb Deutschlands gefunden werden.

Etwa 14 Tage vor dem zweiten Beratungstermin der Fachkonferenz Teilgebiete im Auswahlverfahren für die Lagerstätte macht der Delitzscher Oberbürgermeister Manfred Wilde (parterilos) seinen Standpunkt klar. „Ich mache das persönlich nicht mit. Wenn die Bundesregierung hier ein zweites Gorleben will, bin ich der erste, der mit dem Traktor kommt,“ sagte Wilde in der öffentlichen Stadtratssitzung am zurückliegendem Donnerstag. Bei allen Untersuchungen und Konferenzen sei bisher ausgeklammert worden, welche Schäden den Menschen vor Ort in der Vergangenheit zugefügt wurden und welche gesellschaftliche, touristische und politische Dimension eine solche Entscheidung hat“, sagte Wilde.

„Hier hat der Bergbau jahrzehntelang die Landschaft zerstört, Orte wurden weggebaggert, ganze Dorfgesellschaften umgesiedelt, die Chemieindustrie im Dreieck Bitterfeld-Halle-Leipzig hat ihre deutlichen Spuren hinterlassen – und nun diese Pläne“, sagte Wilde. „Die Aufbauarbeit der vergangenen 30 Jahre würde durch die Ablagerung des Atommülls mit Füßen getreten.“

In Sachsen sei laut dem Oberbürgermeister rund zwei Drittel der Landesfläche aufgeführt. Darunter sei auch das sogenannte Delitzscher Pluton, ein rund 104 Quadratkilometer großes Gebiet aus kristallinen Gestein, das beinah bis an die Stadtgrenze von Leipzig reicht. Nun ruft Wilde seine Amtskollegen und -kolleginnen in Mitteldeutschland und die gesamte Zivilgesellschaft zum solidarischen Miteinander auf: „Nur gemeinsam können wir uns solchen Plänen entgegenstellen, um unsere Heimat für kommende Generationen zu retten und nicht zur Atommüllkippe verkommen zu lassen“.

Uwe Bernhardt will ein Atommüllendlager in Delitzsch ebenfalls verhindern. Wie der Vorsitzende der Freien Wähler und Oberbürgermeisterkandidat mitteilt, sei die Nachricht Wildes von seiner Partei mit großem Unmut zur Kenntnis genommen worden. Die Freien Wähler rufen dazu auf, partei- und fraktionsübergreifend zu agieren. Nur mit einem geschlossenen Auftreten aller politischen Akteure der Stadt Delitzsch werden wir in Berlin Gehör finden, sagte Bernhardt und unterstützt die Argumentation Wildes hinsichtlich der Folgen des Braunkohleabbaus, die weiterhin zu spüren sind. „Die Liebe zu Delitzsch verpflichtet uns zu handeln“, sagte Bernhardt.


Schön, dass Sie hier sind! Wenn Sie Fragen haben oder uns  besser kennenlernen möchten: Sprechen Sie uns an: per Email unter kontakt@linksfraktion-nordsachsen.de oder persönlich jeden Dienstag im LINKS.Punkt, Breite Straße 9 in Eilenburg. Wir freuen uns auf Ihre Anregungen und laden Sie herzlich ein, bei uns mitzuwirken.

Unsere überarbeitete Datenschutzerklärung finden Sie hier.