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Torgauer Zeitung; Foto Quelle: Landratsamt Nordsachsen

Projekt Milau braucht Zeit

Torgau/Nordsachsen. Der Fraktionschef der LINKEN im Kreistag Nordsachsen traut dem Projekt Milau nur wenig Wirkungskraft zu. Zwar sei das Treffen der Landräte am Donnerstag auf Schloss Hartenfels, wo sie die „Torgauer Erklärung“ zum Bau einer leistungsfähigen Ost-West-Straßenanbindung zwischen dem Raum Bitterfeld und der Lausitz unterzeichnet haben, nützlich gewesen, komme aber reichlich spät, so Dr. Michael Friedrich.

 

Der LINKE-Politiker weiter:

„Die vorgeschlagene Trasse verläuft in Nordsachsen über weite Strecken entlang der Bundesstraße B 87. Genau die Ertüchtigung dieser wichtigen Bundesstraße zu einer B 87 n mit durchgängig dreistreifigem Ausbau, die für die Anbindung unserer Kreisstadt an Leipzig und die Angleichung der Lebensverhältnisse in unserem Landkreis immens wichtig ist,  hat es aber nicht in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes geschafft. So wird die gute Initiative der Landräte wohl erst nach dem Jahr 2030 eine reale Chance haben. Es sei denn, die Jamaika-Koalitionäre vollbringen ein Wunder. Daran aber glaube ich nicht, denn wenn überhaupt, werden diese nur sehr kleine Brötchen backen.“

Einen Straßenbau im D-Zug-Tempo haben auch die Landräte nicht versprochen. Nordsachsens Verwaltungschef Kai Emanuel ordnete Milau gegenüber der Torgauer Zeitung als langfristige Vision ein. Der von ihm betrachtete Zeithorizont deckt sich ungefähr mit den Annahmen Friedrichs. Alle Maßnahmen, die in Zukunft entlang des Milau-Korridors zwischen Lausitz und Mitteldeutschem Braunkohlerevier anstünden, sollten künftig in diese Vision einordnen.