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LVZ, Delitzsch-Eilenburg

Schulbezirke – Gewerkschaft ist entsetzt

Änderungen sorgen für Aufregung – GEW sorgt sich um das Wohl der Kinder im Grundschulalter

Delitzsch/Eilenburg. Dass es in Zukunft zu einer Änderung der Grundschulbezirke in Delitzsch und Eilenburg – konkret geht es jeweils um die Reduzierung auf nur noch einen Bezirk – schreckt neben den betroffenen Kommunen auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) auf. Sie warnt vor schweren Folgen, gerade auch im Kontext der Corona-Auswirkungen für die Jüngsten.

Kultus will sparen

Aus der Zeitung hat die GEW von den Plänen erfahren. Man sei „entsetzt“, so Heike Kitzing, Grundschullehrerin, Kreisvorsitzende der GEW Sachsen des Kreises Delitzsch-Eilenburg-Torgau, und in mehreren Gremien der GEW aktiv. Hintergrund: Das Kultusministerium stimmt dem bisherigen Schulnetzplan so nicht zu, will eine Reduzierung der Schulbezirke. Es soll sowohl in Eilenburg als auch Delitzsch statt jeweils drei einzelnen Grundschulbezirken künftig nur noch einen gemischten geben. „Die Bildung eines gemeinsamen Schulbezirks ist eine Möglichkeit, sowohl sächliche als auch personelle Ressourcen des Freistaates wie auch des Schulträgers effizienter einzusetzen“, heißt es aus dem Ministerium.

 

Diese „Effizienz“ erreiche man natürlich, „wenn man weniger Klassen bildet und diese möglichst mit 28 Kindern vollstopft“, ärgert sich die GEW. Kritisiert wird dabei unter anderem, dass die Gefahren der weiteren Schulwege für das Ministerium keine Rolle zu spielen scheinen. „Auch die Auswirkungen der so lang anhaltenden Corona-Zeit auf die Kinder werden nicht berücksichtigt. Das werden wir nicht akzeptieren“, heißt es in einer Stellungnahme gegenüber der LVZ. Und die GEW kündigt darin bereits an: „Wir werden auf gewerkschaftlichem Weg unsere Möglichkeiten ausschöpfen, um diesen, im Sinne der Kinder, des pädagogischen Personals und der Eltern, nicht nachvollziehbaren Plänen entgegenzuwirken.“

Schon viele Folgen bei Kindern

Viele Kinder hätten durch die erfolgten Kita- und Schulschließungen schon wissenschaftlich erwiesene psychische Langzeitschädigungen erlitten, schildert Heike Kitzing. Die fehlenden sozialen Kontakte würden ihre negativen Wirkungen unter anderem im Ausbleiben von Entwicklungsschritten, der nicht altersgerechten Entwicklung des Gehirns, Verhaltensänderungen und dem Verlust von Empathie zeigen. „Um gegenzusteuern bedarf es ganz viel individueller Zuwendung, festen Bezugspersonen und möglichst kleinen Klassen und Gruppen. In diesen lassen sich natürlich auch die Hygienebestimmungen viel besser umsetzen“, so die GEW-Kreisvorsitzende. „Statt über aufgefüllte Klassen nachzudenken, sollte das Kultusministerium lieber schnellstmöglich für wöchentlich zwei Tests aller Schüler*innen und Pädagog*innen in allen Schularten, sowie ein Angebot für Impfangebote des gesamten pädagogischen Personals sorgen, um die weitere Öffnung der Schulen zu gewährleisten“, appelliert die Gewerkschaft. Außerdem seien sofortige Fördermaßnahmen festzulegen, um Kinder und Jugendliche psychisch wieder zu stärken und Rückstände aus dem Homeschooling auszugleichen.

Schon vor Corona Probleme

Und schon vor Corona seien vermehrt Kinder mit individuellen Defiziten eingeschult worden. „Diese Kinder brauchen dringend eine Förderung vor Ort. Wenn nun von den Pädagogen verlangt wird, zusätzlich noch angemessen auf die Corona-Auswirkungen in einer zahlenmäßig sehr starken Klasse zu reagieren, so ist das eine unlösbare Aufgabe“, warnt die GEW. Gerade für die Jüngsten würde mehr Unterstützungspersonal vor Ort gebraucht. „Ein gelungener Schulstart ist die Basis für den erfolgreichen Bildungsweg! Wenn wir hier schon Kinder leistungsmäßig verlieren, vermehren sich ihre Defizite mit schwerwiegenden Folgen.“ Damit dies nicht geschieht, stünden alle – Politik, Pädagogen, Eltern und auch die Gewerkschaft – in der Verantwortung. Die GEW sieht in der beabsichtigten Änderung der Schulbezirke zudem „ungerechtfertigte Eingriffe in die demokratisch abgestimmten Schulnetz- und Schulbezirksplanungen der Kommunen“.

Es gelte zu vermeiden, was zum Beispiel im Oberschulbereich im Raum Eilenburg Realität ist. Schulen mussten geschlossen werden, die Tschanter-Oberschule in der Stadtmitte blieb übrig. Da sie nach und nach zu klein wurde, wird sie nun regelmäßig neu angebaut.


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