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Dr. Michael Friedrich, Fraktionsvorsitzender

Schutz vor häuslicher Gewalt wird ausgebaut und professionalisiert

MF

Zum kommenden Kreistag am 25. September ´19, soll über ein „Hilfesystem zum Schutz vor häuslicher Gewalt im Landkreis Nordsachsen“ (Drucksache 2-473/19) abgestimmt werden, das auf zwei professionell geführte und geförderte Frauen- bzw. Familienschutzeinrichtungen in Torgau und Delitzsch abzielt. Die Initiative zu diesem Projekt ging von der LINKEN aus, die bereits im Februar einen entsprechenden Antrag an die Kreisverwaltung gestellt hatte. Der Fraktionsvorsitzende der LINKEN Dr. Michael Friedrich sagt dazu:

Wir sind sehr erfreut, dass Landrat Emanuel und die Sozialverwaltung unser Anliegen zügig und initiativreich aufgegriffen haben. Mit einer aussagefähigen Bedarfsanalyse, detaillierten Kostenkalkulationen und Recherchen von Fördermöglichkeiten sind nun alle Weichen gestellt, damit dieses wichtige Hilfesystem im Jahr 2020 starten kann. Natürlich wäre es uns viel lieber gewesen, wenn der Schutz vor häuslicher Gewalt kein so hartes Thema in unserer Gesellschaft wäre und es unserer Initiative gar nicht erst bedurft hätte. Leider zeigt die polizeiliche Kriminalstatistik das Gegenteil. So hatte unser Landkreis Nordsachsen mit einer Fallbelastung von 23 Opfern häuslicher Gewalt pro 10.000 Einwohnern im Jahr 2017 (neuere Zahlen liegen nicht vor), also rund 500 insgesamt, wobei logischerweise das so genannte Dunkelfeld ausgespart bleibt, eine deutlich höhere Opferfallbelastung als der benachbarte Landkreis Leipzig, aber im Gegensatz zu diesem keine geförderte Schutzeinrichtung für Frauen und Kinder. In den Polizeidienststellen Delitzsch wurden im Jahr 2017  101 diesbezügliche Straftaten registriert, in Eilenburg 70, in Oschatz 114 und in Torgau 106. Allein diese Zahlen sind ein erschreckender Alarmruf in unsere Gesellschaft.

Wie so oft bei sozialen Problemlagen und Verwerfungen muss also auch hier der Landkreis eingreifen. So wird die bereits bestehende bislang ungeförderte Schutzeinrichtung in Torgau um ein zweites Familienzimmer auf insgesamt 8 Erwachsenenplätze erweitert und mit einer festangestellten Fachkraft aufgewertet. Gleichzeitig sollen die Schutzstrukturen in der Fläche des Landkreises erweitert werden, wobei an den Standort Delitzsch gedacht ist. Bei Bedarf soll diese zweite Einrichtung auch von männlichen Schutzbedürftigen genutzt werden können.

Schließlich ist der Aufbau und Betrieb einer  kreiseigenen Interventions- und Koordinierungsstelle vorgesehen, die den Betroffenen Schutz, Unterstützung und Beratung zukommen lässt und für die Vernetzungs- und Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich ist. All die genannten Aufgaben wurden bisher durch die Fachkräfte der Frauen-und Kinderschutzeinrichtung des WEGWEISER e. V. mit Sitz in Grimma wahrgenommen, der  gegen eine jährliche Pauschalzahlung unserem Landkreis solidarisch Hilfe geleistet hat. Da unser Landkreis nun eigene Strukturen aufbauen will und muss, erlaube ich mir ein herzliches Danke für die langjährige professionelle Unterstützung zu sagen, die uns der Verein WEGWEISER e. V. über all die vielen Jahre geleistet hat.


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