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Torgauer Zeitung, N. Huber

Tourismus, Erholung und Kampf gegen Klimawandel

Welche Potenziale in Nordsachsens Wäldern stecken –

Kreisenwicklungskonzept soll Entwicklung bis zum Jahr 2030 steuern

Nordsachsen. Der letzte Teil unserer Serie zum Kreisentwicklungskonzept (KEK), das den Weg des Landkreises Nordsachsen bis zum Jahr 2030 begleiten soll, ist dem Themenfeld „Natürliches Nordsachsen“ gewidmet. Denn wenn es im Landkreis an einem nicht mangelt, dann sind es attraktive Naturlandschaften – ob nun Elbaue, Naturpark Dübener Heide, Dahlener Heide, Wermsdorfer Wald oder Muldeaue. In diesen bedeutenden Naturräumen sieht das KEK laut Stärken-Schwächen-Analyse großes Potenzial für die weitere touristische Entwicklung des Landkreises und eine Chance zur Steigerung der Attraktivität des Landkreises als Wohnstandort.

Wir sprachen mit Jan Glock, Leiter des Forstbezirks Taura, über den Stellenwert der Wälder für den Landkreis Nordsachsen: „Die genannten Bereiche und Regionen unseres Landkreises sind mit ihrer Naturraumausstattung einmalig und daher von enormer Bedeutung für Besucher, aber auch für das Selbstverständnis der Einheimischen. Sie stellen einen Schatz dar, der erhalten werden muss“, so Glock. „Außerdem sollten sie in einem dynamischen Prozess aktiv in einem Kontext aus Naturschutz, Wirtschaft und Tourismus den sich drastisch verändernden klimatischen Bedingungen und gesellschaftlichen Anforderungen entsprechend entwickelt werden. Insbesondere letztere zu formulieren, ist als Ergebnis eines Kreisentwicklungskonzeptes wünschenswert.“

Damit spricht der Forstbezirksleiter ein Thema an, das auch im Rahmen der Konzepterstellung als große Problematik herausgearbeitet wurde: Die allgegenwärtige Herausforderung des Klimawandels geht auch an der nordsächsischen Flora und Fauna nicht spurlos vorbei. Sinkende Grundwasserspiegel durch wiederholte Trockenperioden in Nordsachsen und ein Rückgang der Artenvielfalt stellen Risiken und Herausforderungen für Landwirtschaft, Wasserversorgung und Naturschutz dar.

Besonders die nordsächsischen Wälder haben seit Jahren zunehmend mit den Folgen des Klimawandels zu kämpfen. Glock: „Der augenblickliche Zustand großer Waldgebiete im Landkreis ist anhand der sichtbaren Waldschäden wirklich bedenklich. Die kurzfristigen Witterungsextreme durch Sturm, Trockenheit und hohe Strahlungsbelastung der letzten Jahre scheinen den Klimawandel in einem kleinen Zeitfenster aufzuzeigen und vorauszusagen.“

Mit Projekten im KEK wie einem Klima- und Energiekonzept für ein klimaneutrales Nordsachsen möchte der Landkreis seinen Beitrag zum globalen Klimaschutz leisten und mithelfen, die Auswirkungen des Klimawandels zu minimieren. Daneben sehen konkrete, auf bestimmte Gebiete bezogene Maßnahmen unter anderem die Errichtung einer Naturschutzstation am Naturschutzgebiet Werbeliner See sowie die Umsetzung eines Pflege- und Entwicklungskonzeptes für den Naturpark Dübener Heide, den größten Mischwald Mitteldeutschlands, vor.

In diesem Zusammenhang schlägt Glock auch eine weitere Maßnahme vor, die zum Schutz und zur Entwicklung der Wälder in Nordsachsen beitragen kann: „Die Begleitung des Umbaus größerer gleichartiger Waldstrukturen hin zu kleinflächigen und vielartigen kann auch für die Region eine wichtige Aufgabe sein, die die Erwähnung in einem Kreisentwicklungskonzept rechtfertigt. Im Landkreis sollte ein größtmöglicher Konsens zwischen Landnutzern und Natur- und Umweltschützern gefunden werden, um zeitnah eine umweltorientierte Forst-, Land- und Fischereiwirtschaft zu ermöglichen.“

Schließlich, so unterstreicht Jan Glock, tragen Landschaften im Allgemeinen und Wälder im Speziellen nicht nur zu touristischer, sondern ebenso zu wirtschaftlicher Entwicklung bei. Für ihn kann die Wirtschaft im Landkreis auf vielfältige Weise von den hiesigen Wäldern profitieren: „Dem Wald kommt als Wirtschaftsfaktor in einer sonst strukturschwachen Region eine große Rolle zu. Wald- und Forstwirtschaft können allein durch die nachhaltige Bereitstellung des nachwachsenden Rohstoffes Holz und die Möglichkeit regionaler Stoffkreisläufe – Holzverarbeitung in der Region – zur umweltgerechten wirtschaftlichen Entwicklung beitragen. Gleichfalls sind der Erhalt und die Schaffung von Arbeitsplätzen im ländlichen Raum essenziell für Umweltschutz und Regionalentwicklung. Wer hier arbeitet, pendelt nicht über große Entfernungen, spart Zeit durch kürzere Arbeitswege und generiert hier wirtschaftlichen Erfolg. Nachhaltige Waldarbeit und Naturschutz stellen dabei keinen Widerspruch dar.“

Ein Ziel des Kreisentwicklungskonzeptes ist es unter anderen, landkreisprägende Wirtschaftszweige in Nordsachsen weiter zu stärken und auszubauen. In diesem Zusammenhang sollen regionale Kreisläufe zwischen Produzenten und Konsumenten mit Blick auf Nachhaltigkeit und regionale Wertschöpfung gestärkt werden – ein Punkt, welchen man auch auf Forstwirtschaft und Holzproduktion beziehen kann.


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