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LVZ Delitzsch-Eilenburg

Traktoren, Gärten, Feste: Die Region macht Inventur

Der Verein Delitzscher Land führt die erste Landinventur durch und baut auf die Hilfe der Einwohner

Delitzsch. Selbst wenn die Angaben unvollständig sind, seien am Ende mehr Daten vorhanden als aktuell, sagte Eleonore Harmel auf die ersten Zweifel während der Vorstellung der Delitzscher Landinventur. Es gehe um die großen Fragen, wie das Landleben im 21. Jahrhundert aussieht, was überhaupt da ist, was einzelne Dörfer besonders macht und was fehlt. Die Landinventur sei der erste Versuch, Antworten zu finden, erklärte die Vertreterin des Thünen-Instituts für Regionalentwicklung aus Mecklenburg-Vorpommern. Und dazu sind alle Einwohner und Einwohnerinnen aus allen 107 Ortsteilen der zehn Kommunen rund um Delitzsch gefragt.

Die Idee, die Landinventur in der Region durchzuführen, hatte der Verein Delitzscher Land. Der Verein, der Projekte in den Bereichen Wirtschaft und Soziales sowie die Entwicklung der Kultur- und Seenlandschaft fördert, will mit dem Vorhaben auch selbst einen breiteren Überblick darüber bekommen, was in der Region überhaupt vorhanden ist, auch in Bezug auf die neue Förderperiode.

Im Oktober startet der Verein daher das groß angelegte Vorhaben. Die Besonderheit dabei ist, dass die Inventur nicht von einer Behörde, sondern mit den Leuten vor Ort erfolgen soll, „die sich dort am besten auskennen“, sagt Sebastian Bohnet vom Delitzscher Land. „Es soll auch darauf geschaut werden, was da ist und nicht immer nur darauf, was nicht da ist“, sagt Pfarrer Matthias Taatz in seiner Position als Vereinsvorsitzender.

Mit einer Erhebungsmethode, die als Bürgerwissenschaftsprojekt durch das Thünen-Institut entwickelt und erprobt wurde, sollen rund um Delitzsch verschiedene Fragen beantwortet werden. Es geht um die Größe der Gärten, um die Anzahl der Traktoren, Gewerbe und Vereine, um die Einwohnerzahl, Gebäudetypen oder die Anbindung an öffentlichen Nahverkehr.

In einem ersten Schritt stellte der Verein zusammen mit dem Institut das Vorhaben ausgewählten Einwohnern, sogenannten Dorfbotschaftern, vor. Diese sollen nun weitere Menschen für die Idee begeistern und sie zum Mitmachen animieren, denn jeder könne sich beteiligen.

Klar sei dabei auch, für einzelne ist die Datensammlung schwierig, sagt Mathias Burke vom Thünen-Institut. Erfahrungsgemäß sei es für Gruppen von zwei bis drei Personen aber möglich, die Fragen zu beantworten.

Das soll im nächsten Schritt, der Inventurwoche vom 12. bis 16. Oktober umgesetzt werden. In diesem Zeitraum startet die Landinventur und macht einmal Station in allen zehn Kommunen. Während der Termine können Einwohner ihre Daten unter Anleitung vor Ort am Rechner erfassen. Zwar könnten die Antworten auch bis Ende November online eingetragen werden, doch „wir freuen uns auf das Gespräch vor Ort und die persönliche Wahrnehmung“, sagt Eleonore Harmel.

Im Januar 2022 sollen die Ergebnisse dann präsentiert und diskutiert werden. Im März soll die erste Landinventur abgeschlossen, die Ergebnisse zusammengefasst, visuell und kartografisch aufbereitet werden. Es reiche zunächst auch eine Schätzung, sagt Harmel auf Nachfrage einer potenziellen Dorfbotschafterin, woher sie die genauen Angaben beispielsweise zu Gartengrößen bekommen soll. In den kommenden Jahren könnten weitere Inventuren durchgeführt werden, die ein klareres Bild ergeben, sagt Harmel. 

www.delitzscherland.de


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