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Dr. Michael Friedrich

Verspätet und verfehlt

Gut ist, dass die monatelange Entscheidungsblockade beim „Lehrerpaket“ nun endlich durchbrochen ist. Sicherlich werden die teilweise Verbeamtung der Lehrerinnen und Lehrer und die zusätzlich beschlossenen finanziellen Anreize die Bewerberlage etwas entspannen. Für Dr. Michael Friedrich, Vorsitzender der LINKEN im Kreistag ist das Instrument der Verbeamtung dennoch ein zweischneidiges Schwert:

„Die Maßnahmen kommen um Jahre zu spät und sind im Kern verfehlt, weil die Verbeamtung zwingend eine unschöne Zwei-Klassen-Lehrerschaft zur Folge hat. Von den rund 30.000 Lehrkräften in Sachsen können lediglich rund 7.000 verbeamtet werden, weil diese unterhalb der Altersgrenze von 42 Jahren liegen.  Der größere Teil der Lehrerschaft, der in den vergangenen Jahren den Schulbetrieb am Laufen gehalten hat, kommt eben gerade nicht in den Genuss der Verbeamtung. Zudem ist fraglich, ob die verbeamteten Lehrerinnen und Lehrer sich für die ländlichen Regionen bewerben werden, in denen der Bewerbermangel am größten ist.

Ich kann nicht erkennen, warum der durch viel Kreativität gekennzeichnete Lehrerberuf nun gerade eine hoheitliche Aufgabe sein sollte, die nach dem Grundgesetz allein eine Verbeamtung rechtfertigt. Für mich ist der Beamtenstatus ein Relikt aus der Vergangenheit, welches den Verzicht auf Grundrechte mit einer besonderen staatlichen Alimentation honoriert. Dieser Status sollte äußerst sparsam nur für den Kernbereich hoheitlicher Aufgaben wie Polizei und Justiz  zur Anwendung kommen. Dies auch deshalb, weil ein Großteil der Kosten für die neuen Beamten erst Jahrzehnte später anfällt und somit die nächste Generation belasten wird.

Die jetzt in dem „Paket“ mit beschlossene Anerkennung von Lehramtsabschlüssen nach dem Recht der DDR über 27 Jahre nach dem Beitritt zur Bundesrepublik Deutschland ist nach meinem Verständnis keine Frage der Kulanz, sondern schlicht ein Gebot der Fairness und Ausdruck der Wertschätzung gegenüber denen, die die Hauptlast des Bildungssystems über Jahrzehnte getragen haben. Ein längst überfälliger Schritt der Ost-West-Angleichung also.“


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