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LVZ, Delitzsch Eilenburg, F. Pfütze/K. Stolle

Wähler wirbeln Kreistag durcheinander

AfD zieht mit 16 Abgeordneten ein / CDU verliert elf Mandate – bleibt aber stärkste Kraft / Linke nur noch einstellig

Nordsachsen. Die CDU bleibt im nordsächsischen Kreistag die stärkste Kraft, muss aber im Vergleich zur Wahl 2014 gewaltig Federn lassen. 29 Prozent der Stimmen entfielen diesmal auf die Christdemokraten, vor fünf Jahren waren es noch 40,3 Prozent. Allerdings liegt die CDU noch vor der AfD, die erstmals zur Kreistagswahl antrat und auf Anhieb auf 19,4 Prozent kam. Bemerkenswert ist dies, weil bei der gleichzeitig stattfindenden Europa-Wahl die AfD im Landkreis Nordsachsen vorne lag. Offenbar wirkte sich der Protest-Faktor in der regionalen Politik nicht ganz so groß aus wie bei der Europa-Wahl und vertraute Namen spielten eine größere Rolle.

Zu den Gewinnern der Wahl gehören auch die Freien Wähler, die 3,2 Prozentpunkte auf nun 13,7 Prozent zulegen konnten, die Grünen, die zwei Punkte auf nun 5,4 Prozent hinzugewannen, sowie die FDP, die auf 5,6 Prozent der Stimmen kam (2014: 4,7 Prozent). Teils kräftige Einbußen mussten dagegen die Linken (minus 5,9 Prozentpunkte auf nun einstellig 9,8 Prozent), die Sozialdemokraten (minus 5,1 Punkte auf 15,8 Prozent) und die NPD, die von 4,6 auf nun 1,3 Prozent rutschte (minus 3,3), hinnehmen.

„Der Kreistag des 2008 gebildeten Landkreises Nordsachsen geht in seine dritte Legislaturperiode. Und da aller guten Dinge drei sind, bin ich optimistisch, dass den neu gewählten Kreisräten aller Parteien und Vereinigungen daran gelegen ist, die Entwicklung Nordsachsens weiter positiv voranzubringen“, erklärte Kai Emanuel (parteilos), Landrat und Vorsitzender des Kreistags, am Tag nach der Wahl. „Dabei wird uns der Strukturwandel in der mitteldeutschen Region vor neue Herausforderungen stellen. Wenn im Kreistag auch weiterhin eine konstruktiv-kritische, sachorientierte Zusammenarbeit gepflegt wird, dann werden wir diese ganz bestimmt meistern. Demokratischer Streit um die jeweils beste Lösung gehört dabei unbedingt dazu, ideologische Grabenkämpfe um ihrer selbst Willen bringen hingegen kein Stück weiter, schon gar nicht auf kommunalpolitischer Ebene. Besonders freut mich, dass rund 60 Prozent der Wahlberechtigten von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht haben. Sie geben dem Kreistag, dessen Vorsitzender ich bin, eine vernünftige Legitimation – und den Auftrag, mit dem Vertrauen sorgsam umzugehen.“

Dennoch dürfte die neue Sitzverteilung im Kreistag die parlamentarische Arbeit in den kommenden fünf Jahren nicht einfacher machen. Die CDU kommt nur noch auf 23 Sitze, nach der Wahl 2014 waren es noch 34. Die AfD stellt nun mit 16 Abgeordneten die zweitstärkste Fraktion. Während die SPD und die Linken mit 13 (2014: 17) beziehungsweise 8 (13) Mandaten künftig weniger Stimmen haben, können Grüne (plus zwei) und FDP (plus ein Mandat) etwas selbstbewusster im Nordsachsen-Parlament auftreten. Die Freien Wähler haben nun elf Mandate (2014: acht). Die NPD konnte 2014 mit drei Abgeordneten in den Kreistag einziehen, diesmal reichten die Stimmen nur noch für einen.

Hochburg der Christdemokraten – gemessen an den Kreistagswahlen – ist die Gemeinde Liebschützberg in der Collm-Region, wo die CDU auf 52 Prozent kam. Für rote Punkte auf der Nordsachsenkarte sorgten die Mügelner und die Dahlener. In beiden Städten wurde die SPD mit 28,7 beziehungsweise 22,3 Prozent stärkste Kraft (Kreistagswahlen). Der FDP gelang dies in Taucha, wo die Liberalen 21,5 Prozent holten. Die Freien Wähler waren in der Gemeinde Naundorf (42,2 Prozent) am stärksten, die AfD in der Stadt Dommitzsch (23,9 Prozent), die Linken in der Gemeinde Rackwitz (14,2 Prozent) und die Grünen in Taucha (11,3 Prozent).


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