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LVZ Delitsch-Eilenburg, S. Prenzel

Weniger Geld für Kultur im Landkreis Nordsachsen. Nur noch 4,6 Millionen Euro vom Freistaat

Weniger Geld für die Kultur: Im Kulturraum Leipziger Raum, der die Landkreise Nordsachsen und Leipzig umfasst, stehen in diesem Jahr weniger Landesmittel als erhofft zur Verfügung. Kultursekretär Sebastian Miklitsch muss wie alle betroffenen Antragsteller den Tatsachen ins Auge schauen: „In diesem Jahr können wir nur mit einer Summe von rund 4,6 Millionen Euro rechnen.“ Das seien rund 200 000 Euro weniger als noch im Vorjahr und sogar eine halbe Million Euro weniger als im Jahr 2017, als der Region 5,1 Millionen zugewiesen wurden. „Dabei ist unser Kulturraum der einzige in Sachsen, der gegenüber dem vergangenen Jahr Einbußen hinnehmen muss.“

Wie – so fragen sich die Akteure vor Ort – kann das sein? Vor allem vor dem Hintergrund, dass das Land die Mittel im Kulturetat mit seinem aktuellen Doppeletat kräftig aufgestockt hat und den acht sächsischen Kulturräumen zusätzlich 40 Millionen Euro in den kommenden vier Jahren überweist. „Das Phänomen ist in der Tat erklärungsbedürftig“, räumt Miklitsch ein. Auch gegenüber den zahlreichen Antragstellern, die in Städten und Gemeinden dringend auf das finanzielle Zubrot angewiesen sind.

Hintergrund ist eine Änderung der Berechnungsgrundlagen. Schon immer gilt, dass die Landesmittel jährlich neu aufgeteilt werden. Als Grundlage nimmt das Ministerium für Wissenschaft und Kunst Zahlen, die die Kreise, Städte und Gemeinden an das Statistische Landesamt melden: Ausgaben für die Kulturverwaltung in den Rathäusern, für Museen und Veranstaltungen, für Ensembles und große Kultureinrichtungen, für Heimat- und Denkmalpflege. Der Hintergedanke: Wer in den Vorjahren viel Geld investiert hat, bekommt später mehr vom Land zurück.

Dass die Kulturförderung deshalb schon immer eine Rechnung mit mehreren Unbekannten war, ist dem Kulturraum nicht neu. Allerdings wurde er unter anderem von einer Neuregelung überrascht, die die Volkshochschulen betrifft. „Ausgaben für diesen Bereich wurden bislang berücksichtigt, fallen neuerdings aber aus der Berechnung heraus“, bedauert Miklitsch. Negativ wirkt sich zudem aus, dass nunmehr die Kulturausgaben betrachtet werden, die sich die Region drei Jahre zuvor geleistet hat. Bisher war der Zeitraum vor zwei Jahren maßgeblich. „Hier macht sich zum Beispiel noch nicht bemerkbar, dass wir 2017 die Mittel für die Orchester deutlich erhöht haben“, gibt der Leipziger Landrat Henry Graichen (CDU) in seiner Funktion als Vorsitzender des Kulturkonvents zu verstehen.

Der Effekt, dass mehr Kulturausgaben auch wieder mehr Förderung bedeuten, wird sich damit erst ab dem Jahr 2020 niederschlagen. Insofern habe der Kulturraum 2019 eine kleine Durststrecke zu überbrücken, so Graichen. „2020 rechnen wir aber wieder mit einem Aufwuchs und damit der Chance, Kultur in den Landkreisen Leipzig und Nordsachsen solide zu finanzieren.“

 

Kulturraum-Projekte
Der Kulturraum Leipziger Raum stellte 2018 für die Landkreise Leipzig und Nordsachsen knapp 8 Millionen Euro für Projekte zur Verfügung:

Orchester und Musik – 3,8 Millionen Euro; Leipziger Symphonieorchester, Deutsche Bläserakademie u.a.

Öffentliche Bibliotheken – 637 000 Euro; zum Beispiel Stadtbibliotheken in Delitzsch, Eilenburg, Oschatz

Museen – 872000 Euro; zum Beispiel Barockschloss Delitzsch, Stadtmuseum Eilenburg, Stadt- und Waagenmuseum Oschatz, Landschaftsmuseum Dübener Heide

Soziokulturelle Einrichtungen und Projekte – 1,2 Millionen Euro; zum Beispiel Bürgerhaus Eilenburg, Thomas-Müntzer-Haus Oschatz, Soziokulturelles Zentrum Delitzsch. Soziokulturelles Zentrum E-Werk Oschatz, BAFF-Theater Delitzsch

Kunst und Kultur – 1,4 Millionen Euro; zum Beispiel Kulturlandschaftsmuseum Wermsdorfer Wald, Mühlenregion Nordsachsen, Pfarrscheune Schenkenberg, Galerie Bader Scheune

Zuweisungen aus Investitionsmitteln und Strukturmaßnahmen – 63 000 Euro


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