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LVZ, Delitzsch-Eilenburg

Wermsdorf hat wieder eine Klinikschule

Landkreis Nordsachsen übernimmt Trägerschaft für Bildung an Kinder- und Jugendpsychiatrie

Wermsdorf. In der Region gibt es eine neue Schule: Nach den Sommerferien nimmt die Klinikschule am Fachkrankenhaus Hubertusburg in Wermsdorf ihren Betrieb auf. Hier werden künftig Patienten unterrichtet, die in der Kinder- und Jugendpsychiatrie behandelt werden. Die Klinik war vor einem Jahr eingerichtet worden, nachdem die Pädiatrie an gleicher Stelle, im Haus 100, geschlossen wurde.

Vertreter des Klinikums St. Georg, zu dem die Abteilung in Wermsdorf gehört, und des Landratsamtes Nordsachsen unterzeichneten jetzt die Vereinbarung zur Übernahme der Trägerschaft. Die Klinikschule ist demnach als Außenstelle der Rosenthalschule Oschatz, mit dem Förderschwerpunkt Lernen, in Trägerschaft des Landkreises. Zuvor hatte der Kreistag per Beschluss den Weg dafür frei gemacht.

Nötig wurde die Klinikschule, weil die Kinder und Jugendlichen, die in Wermsdorf aufgenommen werden, meist über einen längeren Zeitraum – die Rede war von mehreren Wochen – hier in Behandlung sind. Es gehe dabei nicht nur um die medizinische Versorgung, sondern auch um die schulische Bildung, betonte Dr. Iris Minde, Geschäftsführerin des Klinikums St. Georg: „Die Schule bietet Struktur und ist ein wichtiger Rahmen. Es ist schwierig, wenn das wegbricht“, machte sie deutlich. Sie dankte dem Schulleiter und allen Lehrern der Rosenthalschule für die gute Unterstützung auf dem Weg zur Zusammenarbeit.

Eckhard Rexroth, der erste Beigeordnete des Landkreises Nordsachsen, übernahm die Vertragsunterzeichnung als Vertreter des Landrates und machte darauf aufmerksam, dass eine Schulgründung etwas Besonderes sei. „Ich freue mich, dass wir diesen Schritt gegangen sind.“ Der Beschluss zu Gründung und Übernahme der Trägerschaft sei im Kreistag einstimmig gefallen, unterstrich er.

Als Träger versuche man, die Bildungslandschaft in Nordsachsen immer weiter zu entwickeln. Die Etablierung der Schule sei auch ein Beitrag, um den Klinikstandort zu sichern, sagte Rexroth. Wermsdorfs Bürgermeister Matthias Müller (CDU) erinnerte daran, dass im Krankenhaus in der Vergangenheit schon einige Abteilungen ausgelagert oder geschlossen worden seien. „Immerhin gibt es jetzt wieder eine Klinikschule.“ Er schätze, dass dies kein einfacher Job für die Lehrkräfte wird und wünsche daher viel Kraft.

„Schulen in Sachsen zu eröffnen, war lange Zeit eine absolute Seltenheit – das heute ist ein besonderes Ereignis“, machte Béla Bélafi vom Kultusministerium Sachsen deutlich. Zunächst stehen für den Unterricht in der Kinder- und Jugendpsychiatrie, der ebenfalls in den Räumen von Haus 100 stattfinden soll, zwei Lehrkräfte zur Verfügung. „Ich wünsche ihnen viel Erfolg – auf sie kommt es an“, so Bélafi. In den vergangenen 13 Jahren hat der Liptitzer und ehemalige Gymnasiallehrer Andreas Scheller Patienten in der Klinik unterrichtet.

In der Wermsdorfer Abteilung gibt es 24 Betten und zusätzlich drei Krisenbetten. Behandelt werden Kinder vom Säuglingsalter – etwa wenn in der benachbarten Psychiatrie ihre Mütter in Therapie sind – bis zur Volljährigkeit und im Einzelfall auch darüber hinaus, erklärte Chefärztin Dr. Uta-Maria Sechtig. Die jungen Patientinnen und Patienten kommen mit Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen, Schizophrenie, Essstörungen oder ADHS in die Wermsdorfer Klinik, zu deren Einzugsbereich vor allem die Regionen Riesa und Mittweida gehören.

„Aktuell haben wir wirklich viele Krisenanfragen“, sagte Sechtig. Dabei könne man nur die am schwersten erkrankten Kinder aufnehmen. Alle anderen sollten möglichst ambulant behandelt werden oder einen Platz in einer Tagesklinik erhalten. Die Wermsdorfer Kinder- und Jugendpsychiatrie hat hier die Tagesklinik zuletzt in Riesa mit der Klinikschule übernommen.

Sie hoffe, dass es künftig weitere Kooperationen, auch mit den Schulen vor Ort, geben werde, sagte die Chefärztin zur Vertragsunterzeichung. Das multiprofessionelle Team aus medizinischem Personal, Therapeuten, Pflegekräften, Sozialarbeiterinnen und Lehrern pflege darüber hinaus Kontakt zu den Heimatschulen der Mädchen und Jungen, wie auch zu Jugend- oder Sozialamt, versicherte Uta-Maria Sechtig.


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