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Peter Deutrich/Torgauer Zeitung

"Wir müssen selbst etwas tun" - Lesermeinung von Kreisrat Peter Deutrich

In Zusammenhang mit dem 73. Jahrestag des Abwurfs von US- Atombomben auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki stellte kürzlich der Torgauer Wolfgang Scaruppe in der Stadtbibliothek, einen Reisebericht seines Besuchs in Hiroshima vor. Dazu möchte Peter Deutrich einige Anmerkungen anbieten.

Naja, eigentlich war ja herrlichstes Biergarten-Wetter und „leichte“ Kost angesagt. Und da sollte man sich mit einem der furchtbarsten Verbrechen gegen die Menschlichkeit beschäftigen? Ja, man kann und zu meiner Überraschung war diese Veranstaltung auch gut besucht.

Für mich war ein wichtiges Motv meiner Teilnahme, mal wieder etwas von Wolfgang Scaruppe zu sehen und zu hören. Seit Jahren engagiert er sich dafür, dass sich noch viel mehr Menschen für eine friedlichere Welt einsetzen – so z.B. für die wirksamere Ausgestaltung des Torgauer „ElbeDay“, als auch als Teilnehmer von Menschenketten gegen die Atomkriegsgefahr bis hin zum Fördermitglied der Organisation ICAN, welche zur Beseitigung von Atomwaffen eintritt.Und weil er mit eigenen Augen Hiroshima sehen und darüber berichten will, hat er dafür weder Mühen noch persönlichen finanziellen Einsatz gescheut. Schon dafür galt ihm der Dank und große Anerkennung der Veranstaltungsteilnehmer.

Sein Reisebericht zu Hiroshima selbst, war natürlich sehr nachdenkenswert, sehr emotionsvoll: Zunächst wunderschöne Aufnahmen des heutigen Hiroshima. Dann abrupt die schrecklichen Bilder der atomaren Vernichtung und schließlich Aufnahmen von seinen zahlreichen Enkelkindern, welche uns mahnen sollten zu begreifen, dass Atomwaffen das Ende unserer Zivilisation bedeuten (können), wenn man nicht selbst etwas dagegen unternimmt.

Hiroshima und Nagasaki- ein einmaliges Verbrechen? Und wenn heute „Brandstifter“ bereits wieder in Kategorien des Atomkrieges denken – dann lediglich ja nur zur „Abschreckung“, als bloße politische Waffe? Erfordert die bloße atomare „Abschreckung“ aber nicht auch immense natürliche Ressourcen und Milliarden an Dollars bzw./Euros, welche für die Menschheit viel nützlicher einzusetzen wären?

Aber nicht nur ich mache mir große Sorgen, wenn „Strategen“ bzw. „Denkfabriken“ mit überraschenden Angriffen von Atomwaffen planen, von „Erstschlagskapazitäten“ und „Enthauptungsschlägen“ ausgehen, und die „Restvergeltung“ des Angegriffenen dann durch Raketenabwehr ausgeschaltet werden soll! Und nun will der US-Präsident Trump seine All-Macht-Fantasien mit Plänen zur Aufrüstung im Weltraum ausleben und sieht dafür die Aufstellung spezieller Weltraumstreitkräfte vor. Aber hat nicht auch die USA den Weltraumvertrag unterzeichnet, der die Stationierung von Massenvernichtungswaffen im Weltraum verbietet? Aber das wäre wohl nicht das erste völkerrechtliche Abkommen, das Trump zum Altpapier macht.

Das jährliche Gedenken an Hiroshima und Nagasaki reicht heute allein nicht mehr aus! Und deshalb war und ist es auch ein erstrangiges Anliegen von Wolfgang Scaruppe, Verständnis und Motivation der Menschen zu fördern, selbst etwas zu tun- z.B. für die Unterstützung der Forderung zum Beitritt der Bundesrepublik zum Atomwaffenverbotsantrag der Vereinten Nationen, für den Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland.Und sind von der Großen Kreisstadt Torgau nicht noch stärkere Friedens-Signale in die Welt zu senden, als bloße jährliche Rituale für einige Funktionsträger zum „ElbeDay“? Und würde die aktive Mitgliedschaft Torgaus im internationalen Städteverbund „Mayors for Peace“ - Bürgermeister für den Frieden, nicht auch das Engagement unserer Bürgergesellschaft für dieses so lebenswichtige Thema fördern? Ja, „es gilt selbst etwas zu tun“!


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