Zum Hauptinhalt springen
Aktuelle Meldungen

Austausch über das kommunale Integrationskonzept - Fraktionssitzung am 12. Mai

Heinrich Manser

In unserer Fraktionssitzung am 12. Mai haben wir uns näher mit dem Kommunalen Integrationskonzept des Landkreises Nordsachsen auseinandergesetzt. Zu Gast hatten wir dazu Christian Nieling, Amtsleiter für Migration und Ausländerrecht, und Stephanie Sommer, Sachgebietsleiterin Integration.

Nach einer kurzen Begrüßung durch unseren Fraktionsvorsitzenden Michael Friedrich, begann Herr Nieling mit einer Präsentation über die aktuelle Situation in unserem Landkreis. Dabei ging es vor allem auch um die Lage ukrainische Geflüchtete, die nach dem 01. April 2025 nach Deutschland eingereist sind, da diese durch den beschlossenen Rechtskreiswechsel kein Bürgergeld mehr beziehen können, sondern zukünftig wieder unter das Asylbewerberleistungsgesetz fallen. 

Im Anschluss gab es Raum für unsere zahlreichen Fragen zur Umsetzung des kommunalen Integrationskonzepts im Landkreis Nordsachsen. Dafür war es besonders hilfreich, dass wir mit Frau Sommer eine Expertin zu Gast hatten, die direkt aus der Praxis berichten konnte. So stellte sie uns unter anderem das Verfahren der Kompetenzerfassungsbögen vor, welche der Landkreis nutzt, um die beruflichen Qualifikationen der Asylbewerber*innen zu erfassen. Die erhobenen Daten werden in einer zentralen Datenbank gespeichert und sollen dafür genutzt werden, eine bessere Vernetzung mit Arbeitgebern zu ermöglichen. Zudem wurde uns die Integreat-App des Landkreises vorgestellt, mit deren Hilfe neuzugezogene Menschen einen besseren Überblick über wichtige Institutionen, Sprachkurse und anstehende Veranstaltungen in der Region bekommen sollen. Die App wird laufend aktualisiert und lebt davon, dass Gemeinden, gemeinnützige Vereine oder Schulen sie nutzen und mit Informationen befüllen. 

Einen weiteren Schwerpunkt unserer Diskussion stellten die Arbeitsgelegenheiten (AGH) für geflüchtete Menschen dar. Aktuell gibt es im Landkreis zu wenige Träger, die Arbeitsgelegenheiten anbieten. Grund dafür sind der hohe Personal- und Verwaltungsaufwand, sowie entstehende Kosten für die Ausstattung und Einarbeitung der Arbeitnehmer*innen. Problematisch ist zudem, dass die arbeitenden Menschen nur etwa 80 Cent pro Stunde verdienen. 

Unsere Diskussion hat gezeigt, dass der Landkreis Nordsachsen im Rahmen seiner Möglichkeiten verschiedene Maßnahmen ergreift, die zur Verbesserung der Situation neuzugezogener Menschen führen sollen. Insbesondere die Kompetenzerfassungsbögen stellen ein erfolgversprechendes Instrument dar, Geflüchteten einen schnelleren Einstieg in das Berufsleben zu ermöglichen. Auch die Integreat-App verfolgt einen guten Ansatz, hier bleibt jedoch abzuwarten, inwiefern die Anwendung tatsächlich von der Zielgruppe genutzt wird. 

Der Austausch offenbarte auch, dass weiterhin vielfältige Probleme in der Integrationsarbeit bestehen, die in den nächsten Monaten angegangen werden müssen. Hierzu zählt in erster Linie die Wohn- und Beschäftigungssituation geflüchteter Menschen. Zudem stellt der Rückgang von Fördermitteln im Bereich der Integration große Herausforderungen dar. 

Wir bedanken uns herzlich bei Herrn Nieling und Frau Sommer für den angenehmen und erkenntnisreichen Austausch über die Integrationsarbeit im Landkreis Nordsachsen! 

Zurück zum Kopf der Seite