Millionenprojekt DRK-Campus: Der erste Teil des Neubaus steht

Bärbel Schumann, LVZ

Investition in Torgau bedeutet Wertschätzung für den Katastrophenschutz in Nordsachsen. Ein langer Kampf hat sich gelohnt.

Torgau/Oschatz

 

„Endlich haben wir warme Duschen und ordentliche Umkleideräume“, sagt Maika Nietz. Die Torgauerin engagiert sich im Katastrophenschutzzug des DRK-Kreisverbandes Torgau-Oschatz seit Jahren als Sanitäterin.

 

Sie ist eine von 66 Frauen und Männern, die sich in ihrer Freizeit dort engagieren. An diesem Nachmittag gehört sie zu jenen Frauen und Männern, die Ausrüstung und Fahrzeuge in das neue Domizil der ehrenamtlichen Retter und Helfer transportieren und an ihren neuen Platz räumen.

„Das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht. Wir freuen uns alle“, sagt der Leiter des Zuges, Michael Bagusat-Sehrt.

Die zuvor genutzte Halle war veraltet und bot weder den notwendigen Raum noch die erforderlichen Bedingungen, um den Anforderungen eines modernen Katastrophen- und Bevölkerungsschutzes gerecht zu werden.

Langer Kampf hat sich gelohnt

Fast zehn Jahre hatte der Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes nach einer anderen Unterkunft gesucht und sich dann letztlich für einen Neubau im Rahmen des künftigen DRK-Campus im Gewerbegebiet am Außenring entschieden. Im Februar 2022 gab es die erste Diskussion des Vorhabens in einer Präsidiumssitzung.

Im Oktober des gleichen Jahres wurde ein geeignetes Grundstück von der Stadt Torgau erworben. Im nächsten Schritt wurden die Planungsleistungen ausgeschrieben.

Das Büro Weidemüller Hochbauplanung aus Wurzen erhielt den Zuschlag. Die Projektplanung begann.

Im Dezember desselben Jahres wurden Fördermittel beantragt und im Dezember 2023 bewilligt. Der Freistaat Sachsen stellt 1.033.000 Euro für das Vorhaben bereit.

Im Torgauer Gewerbering investiert der DRK-Kreisverband Torgau-Oschatz insgesamt 6,4 Millionen Euro in seinen DRK-Campus mit dem Domizil für seinen Katastrophenschutzzug.

Er ist ein wichtiger Bestandteil für Hilfe in Notlagen in Nordsachsen. Das Grundstück dafür hatte der Verband von der Stadt Torgau für rund 250.000 Euro erworben.

Im ersten Teilabschnitt entstand in reichlich einem Jahr Bauzeit von der Grundsteinlegung im Oktober 2024 an gerechnet die Halle für den Katastrophenschutzzug. Rund 2,4 Millionen Euro von der Gesamtinvestitionssumme kostet allein dieses Gebäude.

Dringend notwendig war der Neubau, wenn man die Bedingungen im alten Domizil betrachtet: keine Sanitäreinrichtungen mit Duschen, keine temperierten Schulungsräume und übersichtliche Lagermöglichkeiten.

Auf 800 Quadratmeter Grundfläche gibt es nun in der Halle elf Stellplätze für Fahrzeuge und eine integrierte Waschhalle sowie einen Außenwaschplatz. Zudem entstanden Umkleideräume mit insgesamt 70 Plätzen.

Regenwasser wird für die Waschhalle aufbereitet. Auf dem 820 Quadratmeter großen Dach ist eine Photovoltaikanlage montiert, um Sonnenenergie für den Betrieb der Halle zu speichern und zu nutzen.

Lagerräume bieten jetzt ausreichend Platz für Hygieneartikel und andere Materialien. Manch neue Technik gibt es jetzt auch für die Einsatzleitung.

So hängt ein großer Fernsehschirm an einer der Wände an der Einsatzleitstelle. Dort ist bei einer Alarmierung zum Einsatz ersichtlich, wer von den insgesamt 66 Frauen und Männern zum Einsatz zur Verfügung steht.

Schneller alles im Blick und planbar

„Jeder von uns wird auf seinem Handy alarmiert und kann dann eine Rückinformation geben, ob er eingesetzt werden kann und wie lange es dauert, bis er bei uns eingetroffen ist“, erklärt Michael Bagusat-Sehrt. Gerade Letzteres ist im Notfall wichtig, denn die Mitglieder des Katastrophenschutzzuges kommen nicht nur aus Torgau.

Ein Teil von ihnen ist beispielsweise in Ostelbien oder auch in der Oschatzer Region zu Hause. Durch diese technischen Möglichkeiten kann die Besetzung der Fahrzeuge und die Abfahrt bei einer Alarmierung besser koordiniert werden. Auf dem riesigen Grundstück werden für die Mitglieder des Zuges auch Parkplätze für deren private Fahrzeuge entstehen, damit diese bei einem Einsatz oder Übung sicher abgestellt werden können.

„Wir sind unheimlich dankbar, dass wir diese neue Unterkunft erhalten haben. Für uns ist das auch ein Stück Anerkennung und Wertschätzung unseres Ehrenamtes, dass wir nun solch gute Bedingungen haben. Gern haben wir beim Umzug alle angepackt, soweit dies uns möglich war. Wir sind einfach nur glücklich“, erklärt der Leiter des Katastrophenschutzzuges, Michael Bagusat-Sehrt. Die offizielle Einweihungsfeier ist zu einem späteren Zeitpunkt geplant.