Notfalldosen – die Lebensretter im Kühlschrank

Torgauer Zeitung

Landkreis Nordsachsen verteilt 10 000 kostenfreie Notfalldosen / Helfer ermöglichen Senioren sicheres und eigenständiges Wohnen

Torgau. Sie erleichtert die Arbeit von Sanitätern und Notarzt: Die sogenannte Notfalldose enthält die wichtigsten Gesundheitsinfos des Patienten oder der Patientin. Das hilft im Ernstfall, wertvolle Zeit zu sparen. Zum Inklusionstag auf dem Torgauer Marktplatz am vergangenen Wochenende verteilte das Dezernat Soziales und Gesundheit des Landratsamtes die grünen Notfalldosen. Insgesamt 10 000 Stück davon wurden bestellt. Weitere davon sollen nun kostenlos verteilt werden.

Vor allem ältere Menschen leben immer öfter allein. Gerade für sie ist eine Notfalldose eine Beruhigung. Diese gehört gut sichtbar in den Kühlschrank und beinhaltet alle wichtigen Angaben zum Bewohner, was bei einem notärztlichen Einsatz lebensrettend sein kann. Neben Namen und Geburtsdatum, Blutgruppe und Impfstatus sind in der Dose auch Infos über Medikamente, Allergien, Vorerkrankungen und Patientenverfügung sowie Kontaktdaten von Hausarzt und Angehörigen zu finden. „Damit die Retter von der Notfalldose erfahren, soll jeweils ein Aufkleber an der Innenseite der Wohnungstür sowie sichtbar an der Küchentür den Weg weisen“, erklärt Sozialdezernentin Heike Schmidt.

Mit jeder Notfalldose wird ein Informationsblatt mitgeliefert, das ausgefüllt werden muss. Es wird empfohlen, sich dabei von seinem Hausarzt helfen zu lassen. Leben in einem Haushalt mehrere Personen, können auch mehrere Infoblätter in eine Dose. Um Verwechslungen zu vermeiden, sollten die entsprechenden Dokumente mit einem Passbild versehen werden. Wichtig ist zudem, die Angaben des Notfallinfoblatts aller drei Monate zu überprüfen, um die Informationen möglichst aktuell zu halten.

Kauft man eine Notfalldose in der Apotheke, kostet sie vier bis fünf Euro. Finanziert über das Pflegebudget des Freistaats Sachsen hat der Landkreis die große Menge bestellen können, die er jetzt gratis an Senioren verteilen will. Dies erfolgt über die 130 sogenannten Kümmerer. Die Ehrenamtlichen, die sich überall in Nordsachsen in verschiedenen Belangen um ältere Mitmenschen kümmern und dafür spezielle Schulungen durchlaufen. „Die meisten älteren Menschen wollen so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden leben. Bausteine wie Notfalldosen tragen dazu bei und sind deshalb gefragt“, so Schmidt.