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LVZ, Delitzsch-Eilenburg

OBM-Wahl in Delitzsch: Alle vier wollen im Rennen bleiben. Noch ist nichts entschieden: Am 12. Juni findet der zweite Wahlgang statt – parallel zur ersten Runde der Landrats- und mehrerer Bürgermeisterwahlen.

Delitzsch. Die Oberbürgermeisterwahl in Delitzsch geht in die Verlängerung: Es braucht einen zweiten Wahlgang. Die Delitzscherinnen und Delitzscher konnten sich am Sonntag nicht eindeutig für einen neuen Chef im Rathaus entschieden. Wie gehen die Kontrahenten nun mit dem Ergebnis um?

Nach dem vorläufigen Endergebnis liegt Amtsinhaber Manfred Wilde (parteilos) zwar mit 46,9 Prozent vorn, doch dies ist keine absolute Mehrheit und es muss ein zweiter Wahlgang stattfinden.

Der Abstand zu den Kontrahenten aber ist deutlich: Im ersten Anlauf stimmten 22,7 Prozent für Jens Müller (parteilos), der damit noch den als stärkeren Wilde-Kontrahenten erwarteten Uwe Bernhardt (Freie Wähler) mit 21,9 Prozent auf den dritten Platz verwies – allerdings mit nur wenigen Stimmen Abstand. Der rechte Aktivist Hagen Grell bekam 8,5 Prozent der Stimmen. In Zahlen: Wilde: 4371, Müller: 2116, Bernhardt: 2040, Grell: 789. Die Wahlbeteiligung lag am Sonntag bei 44,9 Prozent. Das sind insgesamt 9316 gültige Stimmen. 20 887 Menschen waren am Sonntag wahlberechtigt.

Wie nun weiter? Da kein Bewerber mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen hat, also keiner der vier Männer die absolute Mehrheit erreichte, ist ein zweiter Wahlgang erforderlich. Beim zweiten Wahlgang ist dann derjenige gewählt, der die höchste gültige Stimmenzahl, also die relative Mehrheit, erhält. Sollte es zu einer Stimmengleichheit kommen, entscheidet das Los.

Bis zu diesem Freitag, 3. Juni, 18 Uhr, könnten die Kandidaten nun ihre Kandidatur für den zweiten Wahlgang zurückziehen und so für Duell oder Triell und letztlich Unterstützung eines anderen Kandidaten sorgen. Doch dies ist bewusst im Konjunktiv formuliert. Es wird voraussichtlich keinen Rückzieher geben. „Jetzt heißt es, noch einmal für den zweiten Wahlgang Gas zu geben. Das spornt mich an“, sagte Manfred Wilde schon kurz nach der Wahl. Ebenso bleibt Jens Müller im Rennen. „Als Zweitplatzierter hat man einen Auftrag und eine Verantwortung“, erklärte der 42-Jährige am Montag. Er wolle sich jedoch in den kommenden Tagen mit seinen Unterstützer beraten, „wie wir uns positionieren“, sagte Müller. Dass es zu einer Stichwahl kommt, sei ein Etappenziel. „Aus dem Stand zweiter Wahlsieger zu werden, ist auch eine Hausnummer“, so Müller.

Und auch der am Sonntag um nicht mal 100 Stimmen hinter Müller liegende Uwe Bernhardt (Freie Wähler) denkt nicht daran, einen Rückzieher zu machen: Er dankte lieber nochmal allen, die ihm ihre Stimme gegeben haben und damit „an eine Veränderung“ in Delitzsch glauben, so der 59-Jährige. „Auf geht's, ich freue mich auf den zweiten Wahlgang am 12. Juni. Delitzsch braucht Veränderung und neue Wege“, so Uwe Bernhardt. Auch der vierte Kandidat bleibt voraussichtlich dabei: Über Hagen Grell war zu erfahren, dass er im zweiten Wahlgang antreten will und keinen der anderen Kandidaten unterstützen werde.

Der zweite Wahlgang findet am 12. Juni 2022 statt, dann finden auch die Wahlen des Landrates des Landkreises Nordsachsen, die Wahl des Oberbürgermeisters in Eilenburg und die der Bürgermeister in Rackwitz und Jesewitz statt.

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