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Judith Sodann

Ungerecht

Über die eigene Zukunft macht sich jeder zumindest ab und zu Gedanken. Schön, wenn Ziele und Projekte wie Reisen oder Zeit für Hobbies Vorfreude aufkommen lassen.

Angst vor der Zukunft haben zu müssen, löst hingegen Beklemmung aus. Angst vor Armut im Alter ganz besonders. So sieht jedoch die Zukunft für jede/n dritten Erwerbstätige/n in Nordsachsen und Sachsen aus – nämlich für alle, die zu niedrigen Löhnen arbeiten.

Selbst nach 45 Jahren Vollzeitarbeit bleibt ihnen im Alter eine Rente von weniger als 835 Euro. Das liegt weit unterhalb der Armutsgrenze und führt oft zum Sozialamt, sofern die eigene Scham nicht davon abhält.

In Nordsachsen droht mehr als jeder/jedem fünften Erwerbstätigen (21,8 Prozent) ein entbehrungsreiches Alter. Sie verdienen weniger als 2050 Euro im Monat, die für eine Rente knapp oberhalb der Armutsgrenze nötig wären. Besonders in der Lebensmittelbranche sowie in der Hotel- und Gaststättenbranche liegen die Löhne deutlich darunter. Im letzten Jahr konnten 2.465 Erwerbstätige im Landkreis nicht von ihrer Arbeit leben und waren auf Aufstockungsleistungen vom Amt angewiesen. Das ist nicht gerecht.

Angst vor Altersarmut haben zu müssen hat keiner verdient. Sie kann Schlaf und Würde rauben und muss nicht sein. Es gibt konkrete und einfache politische Maßnahmen, die davor schützen. Die wichtigsten wären:  Alle Arbeitnehmer zahlen in den gesetzlichen Rententopf, ohne Extrawürste für Beamte, Freiberufler und Politiker; Anhebung des Mindestlohns auf 13 Euro/Stunde; eine solidarische Mindestrente von 1.200 Euro (statt einer monatlichen Grundrente von 850 Euro) und ein Rentenniveau von 53 Prozent, bei dem wir übrigens schon einmal waren.

Die neue Koalition geht in die richtige Richtung mit einem Mindestlohn von 12 Euro, Stärkung der gesetzlichen Rentenversicherung und einem Rentenniveau von 48 Prozent. Die nötige Reform bleibt aber aus. An privater Altersvorsorge und am Sonderstatus für bestimmte Berufsgruppen wird festgehalten. Gerecht und nachhaltig ist das nicht.

Antwort des Landratsamts auf unsere Anfrage zur Altersarmut in Nordsachsen

Wir hoffen, dass Sie das vergangene Jahr gut überstanden haben und mit Zuversicht im Neuen ankommen konnten. Das bleibt eine Herausforderung, der wir uns alle stellen dürfen.

Aber: Es war nicht alles schlecht und es wird nicht alles schlecht. Dafür setzen wir uns als LINKE weiter ein. Wir wünschen uns und Ihnen ein soziales, friedliches, gerechtes und nachhaltiges Miteinander in Nordsachsen.

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