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LVZ, Delitzsch-Eilenburg

Sonnenblume für Sieger Emanuel, Herausforderer Pötzsch tief enttäuscht

Nordsachsens Landrat hat mit großer Mehrheit die Wahl am Sonntag gewonnen. Katerstimmung dagegen beim Linksbündnis: Ihr SPD-Bewerber rangiert noch hinter den Freien Sachsen

Nordsachsen. Am Sonntag waren die Nordsachsen aufgerufen, den Landrat neu zu wählen. Zwei Kandidaten und eine Kandidatin traten an. Amtsinhaber Kai Emanuel (54, parteilos, nominiert von der CDU) holte mit 62,9 Prozent die absolute Mehrheit und bleibt damit Landrat. Bitter war das Ergebnis hingegen für Herausforderer Torsten Pötzsch (48, SPD, nominiert von SPD, Grünen und Linken): Er landete mit 17,1 Prozent hinter der Kandidatin Uta Hesse (35) von den Freien Sachsen, die auf 20 Prozent kam. Die Wahlbeteiligung lag bei 37,5 Prozent – und war damit etwas höher als bei der Landratswahl 2015 (34,4 Prozent).

Reaktionen zur Wahl

„Ich freue mich, dass sich die erfolgreiche Arbeit der vergangenen sieben Jahre auch so deutlich im Wahlergebnis niederschlägt“, sagte der wiedergewählte Landrat am Wahlabend in der Kreishauptstadt Torgau. Dort traf sich der Delitzscher mit Freunden, Unterstützern und Wegbegleitern in kleiner Runde im „Atrium 78 – Bistro und Lounge“. Die CDU-Kreisvorsitzende Christiane Schenderlein gratulierte ihm mit einer Sonnenblume zum Wahlerfolg. Emanuel sagte, er sei den Wählern dankbar „für diese Anerkennung und ihr Vertrauen. Ich kann ihnen versprechen, auch weiterhin für eine Politik der Vernunft und Verantwortung einzutreten, um ein gutes Leben in unserem liebenswerten Landkreis zu sichern.“

Das sagt der Wahlverlierer

Für den Kandidaten Torsten Pötzsch aus Eilenburg, der von SPD, Linken und Grünen aufgestellt wurde, ist der Wahlausgang dagegen „sehr enttäuschend“ – und dies vor allem vor dem Hintergrund, dass der Sozialdemokrat hinter Uta Hesse von den Freien Sachsen liegt, einer Partei, die vom Sächsischen Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft wurde und beobachtet wird. „Mir persönlich ist es nicht gelungen, die Unterschiede zu Amtsinhaber Emanuel deutlicher zu machen“, sagte Pötzsch in einer ersten Reaktion. Ein anderer Grund sei möglicherweise auch die geringe Wahlbeteiligung gewesen.

Nordsachsens SPD-Vizechef Heiko Wittig erklärte am Sonntag, dass die Nordsachsen-SPD alle Wahlziele erreicht habe – bis eben auf die Landratswahl. „Natürlich wollten wir vor den Freien Sachsen landen. Für drei Parteien ist das ein schwaches Ergebnis. Da haben andere Dreier-Bündnisse bessere Ergebnisse erzielt“, so Wittig. Zu den möglichen Ursachen sagte er, dass es „Reserven im Wahlkampf“ gegeben habe. „Es sind auch Fehler gemacht worden“, so Wittig weiter. Die Sozialdemokraten wollen nunmehr das Wahlergebnis auswerten.

Linke-Kreisvorsitzende Luise Neuhaus-Wartenberg zeigte sich am Montag „zutiefst enttäuscht und unzufrieden“ mit dem Ergebnis. Das Abschneiden der Freien Sachsen hält die Politikerin mit Landtagsmandat für „hochgradig problematisch. Wir haben in Nordsachsen ein explizites Problem mit Rechts. Ich habe in Zeiten der Spaziergänge die Bürgermeister aufgefordert, dass wir hier ein gemeinsames Bekenntnis brauchen für die Demokratie. Passiert ist nichts.“

Der Landratswahl kann sie aber auch positive Aspekte abgewinnen. So habe Pötzsch in Taucha knapp 29 Prozent geholt. In den Städten habe Pötzsch gute Ergebnisse erzielt, „je ländlicher es wird, desto komplizierter ist es für uns“.

Friedrich: Dreierbündnis richtig

Michael Friedrich, Fraktionsvorsitzender der Linken im Kreistag, dankt Pötzsch „für seinen inhaltlich anspruchsvollen und sozial engagierten Wahlkampf. Der Vergleich mit den Wahlergebnissen in anderen Landkreisen zeigt, dass es absolut richtig und sinnvoll war, dieses Dreierbündnis zu schmieden und sich auf gemeinsame kommunalpolitische Schwerpunkte zu verständigen. Dies sollte in den kommenden Jahren fortgesetzt und vertieft werden“, so Friedrich, der Emanuel zu seinem Wahlsieg gratuliert. „Die von ihm im Wahlkampf versprochene verlässliche ’Politik der Vernunft’, die dafür sorgen soll, dass ein gutes Leben in Nordsachsen auch weiterhin sicher sei, werden wir beim Wort nehmen und gern unterstützen. In diesem Sinne setzt meine Fraktion auch künftig auf eine konstruktiv-kritische Zusammenarbeit im Kreistag.“

Die Freien Sachsen hatten indes schon während der Stimmenauszählung ihre Kandidatin Uta Hesse aus Mügeln gefeiert. Ihr Ergebnis sei „klare Ansage“. Vor allem in ihrer Region holte die 35-Jährige viele Stimmen. Hesse selber war am Montag telefonisch für ein Statement nicht erreichbar, ebenso nicht die Grünen in Nordsachsen.

Wir hoffen, dass Sie das vergangene Jahr gut überstanden haben und mit Zuversicht im Neuen ankommen konnten. Das bleibt eine Herausforderung, der wir uns alle stellen dürfen.

Aber: Es war nicht alles schlecht und es wird nicht alles schlecht. Dafür setzen wir uns als LINKE weiter ein. Wir wünschen uns und Ihnen ein soziales, friedliches, gerechtes und nachhaltiges Miteinander in Nordsachsen.

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