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Torgauer Zeitung

Wohngeldanträge fluten Nordsachsens Landratsamt

Für Antragssteller hat sich die Wartezeit nahezu verdoppelt. Der Kreis will gegensteuern und stellt weitere Mitarbeiter ein.

Nordsachsen. Wohnen ist teuer – und das freilich nicht erst seit diesem Jahr. Trotzdem hat sich die Zahl der Menschen, die Wohngeld beantragen, unter dem Einfluss der Inflation und der steigenden Energiepreise vervielfacht. Spätestens seit der Entscheidung der Ampel-Koalition, ein Wohngeld-Plus-Gesetz zu verabschieden und den Kreis der Anspruchsberechtigten auszuweiten, gibt es einen wahren Ansturm auf Wohngeldstellen im ganzen Land.

Ab 2023 Verdreifachung der berechtigten Haushalte erwartet

Keine Ausnahme dabei: Der Landkreis Nordsachsen. Auch beim Landratsamt in Torgau stapeln sich die Anträge, sodass die eingesetzten Sacharbeiter kaum noch hinterher kommen. Vergleicht man die Jahre 2021 und 2022 kommt man in einigen Monaten auf eine Verdopplung der Anträge. Versuchten noch im September letzten Jahres 188 Menschen an den finanziellen Zuschuss zum Wohnen zu kommen, waren es in diesem Jahr bereits 461. Im Oktober waren es mit 252 zu 418 Anträgen immerhin 166 mehr als im Vorjahr. Und das, so teilt das Landratsamt mit, obwohl die Anzahl der berechtigten Haushalte in diesem Zeitraum nur sehr unwesentlich gestiegen ist.

Das wird sich mit der geplanten Wohngeldreform ab Januar grundlegend ändern – denn laut Gesetzesentwurf wird dann von einer Verdreifachung der Wohngeldhaushalte ausgegangen. „Die tatsächlichen Antragszahlen könnten ab Januar weitaus höher liegen, da davon auszugehen ist, dass auch nicht anspruchsberechtigte Personen Wohngeldanträge stellen werden“, schreibt Nordsachsens Sozialdezernentin Heike Schmidt auf eine Anfrage dieser Zeitung. Die genauen Auswirkungen auf die Finanzen des Landkreises sind laut Schmidt nur schwierig vorherzusehen. Denn zwar zahle das Land Sachsen die direkten Kosten der Wohngeldleistungen, dennoch seien Mehrbelastungen zu erwarten – nicht zuletzt durch die Personalaufstockungen, die der Kreis vornehmen muss, um der Antragsflut Herr zu werden.

Landkreis stellt zusätzliche Sachbearbeiter ein

„Aktuell sind sieben Sachbearbeiterinnen im Einsatz, jedoch geht eine Kollegin Ende des Monats in den Ruhestand“, teilt Dezernentin Schmidt mit. Fest geplant sei, ab Januar drei weitere Kollegen einzusetzen. Zudem liefen derzeit noch vier zusätzliche Bewerbungsverfahren für den Wohngeldbereich. Auch die durchschnittliche Bearbeitungszeit hat sich verdoppelt. Wer in Nordsachsen 2021 einen Antrag auf Wohngeld einreichte, musste etwa vier bis sechs Wochen auf eine Antwort warten. Und das, obwohl in diesem Zeitraum nur fünf Mitarbeiterinnen für den Bereich eingesetzt waren. Mittlerweile beträgt die Wartezeit acht bis zwölf Wochen, sofern direkt alle notwendigen Unterlagen eingereicht werden.

Mieter können Wohngeldantrag auch online stellen

Die Bürger des Landkreises können Wohngeld direkt bei allen Bürgerbüros des Landratsamtes sowie den Wohngeldstellen in Torgau und Delitzsch beantragen. Über die Städte und Gemeinden des Landkreises ist das ebenfalls möglich. Für Mieter gibt es darüber hinaus die Möglichkeit, das Wohngeld online über Amt 24 zu beantragen. Die Onlinebeantragung eines Lastkostenzuschusses – also der Unterstützung für Immobilien-Eigentümer – ist aktuell dagegen noch nicht verfügbar.

Wir hoffen, dass Sie das vergangene Jahr gut überstanden haben und mit Zuversicht im Neuen ankommen konnten. Das bleibt eine Herausforderung, der wir uns alle stellen dürfen.

Aber: Es war nicht alles schlecht und es wird nicht alles schlecht. Dafür setzen wir uns als LINKE weiter ein. Wir wünschen uns und Ihnen ein soziales, friedliches, gerechtes und nachhaltiges Miteinander in Nordsachsen.

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