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Brücken bauen statt abreißen

Dr. Michael Friedrich

Noch ist es nicht zu spät für das Leipziger Symphonieorchesters (LSO) und die Sächsische Bläserphilharmonie (SBP), die zu einem beträchtlichen Teil über unserem Kulturraum finanziert werden. Diesen Optimismus schöpfte unsere Fraktion aus einer lebhaften Diskussion mit Frau Lüpfert, Kultursekretärin im Kulturraum Leipziger Raum. Sie erläuterte das unlängst fertiggestellte Orchestergutachten des Beratungsunternehmens actori, das die akuten Finanzierungsschwierigkeiten beider Orchester mit sechs Lösungsvorschlägen beantwortet. Dazu sagt Dr. Michael Friedrich, Fraktionsvorsitzender:

Noch ist es nicht zu spät für das Leipziger Symphonieorchesters (LSO) und die Sächsische Bläserphilharmonie (SBP), die zu einem beträchtlichen Teil über unserem Kulturraum finanziert werden. Diesen Optimismus schöpfte unsere Fraktion aus einer lebhaften Diskussion mit Frau Lüpfert, Kultursekretärin im Kulturraum Leipziger Raum. Sie erläuterte das unlängst fertiggestellte Orchestergutachten des Beratungsunternehmens actori, das die akuten Finanzierungsschwierigkeiten beider Orchester mit sechs Lösungsvorschlägen beantwortet. Dazu sagt Dr. Michael Friedrich, Fraktionsvorsitzender:

Die klare Aussage des Gutachtens, dass bei unveränderten Finanzierungsgrundlagen seitens des Kulturraumes es entweder für das LSO und die SBP  einen quälenden Tod auf Raten geben wird oder aber eines dieser beiden Orchester zugunsten des anderen sofort sterben sollte, bedeutet die Wahl zwischen Pest und Cholera. Einen solchen Weg werden wir LINKEN nicht unterstützen. Ebenso wenig werden wir uns daran beteiligen, aufgrund vermeintlicher Alleinstellungsmerkmale das eine Orchester gegen das andere auszuspielen. Das wäre Kulturkannibalismus in Reinform.

Wir fordern ein klares politisches Bekenntnis von Landrat Emanuel und unserem Kreistag zu beiden Klangkörpern. Dazu muss der einseitige, mit dem Landkreis Leipzig nicht abgestimmte Kreistagsbeschluss vom 22. April 2015 über unsere kulturpolitischen Schwerpunktsetzungen, der die Zuschüsse für die Orchester auf dem jetzigen Stand deckelt, wieder aufgehoben werden. Aber auch die Orchester müssen sich kräftig bewegen und Neues wagen. Konzertbesucherzahlen zwischen 2.000 (LSO) und 3.000 (SBP) jährlich in unserem Landkreis sind angesichts der immens hohen Zuschussbedarfe undiskutabel.

Beide Orchester müssen sich deutlich verstärkt um Auftritte in unserem Landkreis bemühen, etwa über Anrechtsreihen in den Mittelzentren. Der bereits begonnene Weg, unseren Musikschulen auf vertraglicher Basis Unterrichtsstunden, sogenannte Dienste anzubieten, muss konsequent fortgesetzt werden. Die Möglichkeiten der Projektförderung sind zu sondieren. Auch ein maßvoller, sozialverträglich gestalteter Personalabbau in beiden Orchestern um jeweils etwa ein Viertel des gegenwärtigen Bestandes darf kein Tabu sein. Wenn all dies mit der notwendigen Konsequenz angegangen und von beiden Landkreisen solidarisch unterstützt wird, haben beide Orchester wieder eine echte Überlebenschance. So können wir im Sinne unseres Verfassungsauftrages, nachdem der Freistaat Sachsen ein der Kultur verpflichteter sozialer Rechtsstaat ist (Artikel 1), Brücken bauen statt selbige einzureißen.

 

Dr. Michael Friedrich, Fraktionsvorsitzender

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