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Den 8. Mai 2022 als Tag des stillen Gedenkens und der inneren Einkehr begehen

DIE LINKE Nordwestsachsen

Der 8. Mai 2022 ist kein Tag, den wir wie in den letzten Jahrzehnten unverändert begehen sollten, den wir wie in den letzten Jahrzehnten feiern können.

 

Dazu erklären Michael Bagusat- Sehrt (OBM-Kandidat für Torgau), Dr. Michael Friedrich (Vorsitzender der Kreistagsfraktion) und Luise Neuhaus-Wartenberg (Kreisvorsitzende):

 

Mit der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht endete am 8. Mai 1945 eines der schrecklichsten und ruchlosesten Kapitel der Menschheitsgeschichte. Millionenfaches Leid, ungezählte Opfer und riesige Verheerungen waren die Folge eines verbrecherischen Regimes das seine kranke Ideologie mit ungezügelter Gewalt in die Welt trug. Der 8. Mai ist und bleibt für uns daher weiterhin der Tag der Befreiung vom Hitlerfaschismus. Er ist und bleibt für uns der Tag, an dem wir auch künftig des Kriegsendes in Europa und der vielen Millionen Opfern gedenken wollen und auch werden.

Die schreckliche gegenwärtige Situation in der Ukraine, die durch den völkerrechtswidrigen Überfall Russlands ausgelöst worden ist, gebieten es unser Ansicht nach jedoch, in diesem Jahr mit der gebotenen Nachdenklichkeit und Demut den 8. Mai zu begehen, über das Geschehene, vor allem aber über das Versäumte um dauerhaft einen Frieden zu sichern nachzudenken und daraus gemeinsam die richtigen Schlüsse zu ziehen. Wir haben erneut einen Krieg auf europäischem Boden, die atomare Gefahr ist so akut wie selten zuvor und niemand kann ein Ende dieses oder daraus resultierender künftiger Konflikte absehen.

Wir möchten daher aus Respekt vor und mit der nötigen Sensibilität gegenüber den Opfern dieses aktuellen Krieges, den 8. Mai 2022 nicht mit öffentlichen Feierlichkeiten begehen. Eher möchten wir dazu aufrufen, dieses Mal vor allem in stillem Gedenken, den 8. Mai als Tag der inneren Einkehr, zu begehen.

Die LINKE. Nordwestsachsen wird deshalb kein gemeinsames Gedenken in diesem Jahr ausrichten. Stattdessen bitten wir darum, all den Opfern von Krieg, Flucht und Vertreibung, denjenigen die aktuell ihre Heimat verloren und ihre Angehörigen zurücklassen mussten, die hier eine sichere und friedliche Zuflucht suchen, mit allen Mitteln zu unterstützen und dafür die geeigneten Strukturen zu schaffen.   

Richard Weizsäcker sagte 1985 anlässlich des 8. Mai: „Der 8. Mai ist für uns vor allem ein Tag der Erinnerung an das, was Menschen erleiden mussten. Er ist zugleich ein Tag des Nachdenkens über den Gang unserer Geschichte. Je ehrlicher wir ihn begehen, desto freier sind wir, uns seinen Folgen verantwortlich zu stellen.“ Dem möchten wir uns ausdrücklich anschließen.

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